Bauernhaus aus Unterlindelbach, Landkreis Forchheim (Haus Nr. 64)

Hier ist eine Ausstellung zum Obstanbau in der Fränkischen Schweiz untergebracht. Diese Region wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Bahnlinie nach Nürnberg erschlossen. So konnten Kirschen morgens gepflückt und noch am selben Tag auf dem Nürnberger Hauptmarkt verkauft werden. Das Bauernhaus zeigt sich in seiner farbigen Fassung von 1778: Das Fachwerk ist rot gefasst, die Gefache mit Malachitbändern, roten und gelben Schattenfugen verziert. Die Verwendung von Malachit ist bemerkenswert, da dieses Pigment in der Herstellung teuer war – es kann als eine Art „Statussymbol“ angesehen werden. Zur Bauzeit war das Untergeschoss ebenfalls aus Fachwerk. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es im Stallbereich durch Doggersandstein ersetzt, da Stein unempfindlicher gegen Odel und Dung war als Holz.

1696 erbaut / Umgestaltung 1778 mit auffälliger Farbfassung / Einbau von Doggersandstein im Stallbereich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Zur Legende: "Der Pfarrer lässt einen Sarg über die Friedhofsmauer schmeißen"