1970er Häkeljacke im Ethno-Look

Häckeljacke; Inventarnr.: 18/162 Spende: Kunigunde Müller, Herzogenaurach; August 2014

In den 1970er Jahren wurde die Mode lässiger, unkomplizierter und origineller. Unkomplizierter, weil vieles nebeneinander modern war, origineller, weil individueller und legerer – man orientierte sich nicht mehr an erklärten Modevorbildern wie in den 1960er Jahren. So kam es, ähnlich wie heute, zu einem schier unüberschaubaren modischen Experimentieren und in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre bekam die Mode viele Gesichter: verschiedene Einflüsse, traditionelle Kleiderformen, Stoffe und Muster wurden neu kombiniert, abgewandelt und vermischt. Einfache geometrische Muster in den Farben Beige, Braun, Ocker, Zimt, Dunkelgrün und Orange, kombiniert mit Gold oder Silber. Daraus entstand ein neuer Modetrend, der heute in der Mode „Ethno-look“ oder „Folklore Look“ genannt wird.

Der japanische Designer Kenzo Takada (geb. 1939) gilt als der Erste, der 1970 Ethno-inspirierte Entwürfe zeigte. 1976 folgte Yves Saint Laurent (1936-2008), der in seinen Kollektionen folkloristische Designs präsentierte: Turbane, mexikanische Ponchos, Bolero-Westen, bestickte Blusen…

An keine Jahreszeit gebunden ist diese Häkeljacke im Folklorestil. An der Taille einfach mit schmalen Gürteln zusammengehalten, darunter ein hellbrauner Rolli mit halsengem Kragen, kombiniert mit weiter Stoffhose, die in hohen braunen Lederstiefeln getragen wird. Der Mustervorschlag in der Zeitschrift „Handarbeiten. Stricken, Häkeln, Sticken, Schneidern, Basteln. (Nr. 69/1976)“ soll lässige Eleganz vermitteln.

Die Jacke wurde als Modell im Schaufenster eines Handarbeits- und Wollgeschäftes in Herzogenaurach ausgelegt. Die Geschäftsführerin selbst fertigte sie, in Stäbchen gehäkelt, aus Schachenmayr-Garn, Qualität Nomotta Rapid, 55 % Polyacryl und 45 % Schurwolle.

Über den folgenden Link geht es zum:  Archiv der Objekte des Monats