Eine Kiste voll Dreck?

Ein fest geformtes Gemisch aus Lehm, Moos und Geäst, eingeschlagen in Plastikfolie und in einem Karton liegend

Spende: H. J. Scherrers (Nördlingen); im Museum seit Dezember 2017; Inventarnr. 17/930

Diese gepresste Masse aus Lehm, Moos und Geäst ist ein eher ungewöhnliches Sammlungsstück. Es handelt es sich um Dämmmaterial aus einem so genannten Fehlboden. Als solche bezeichnet man die Hohlräume zwischen den Deckenbalken, die die Geschosse eines Gebäudes voneinander trennen. Zum Schallschutz oder zur Wärmedämmung wurden die Fehlböden mit verschiedenen Materialien aufgefüllt, etwa Schuttresten, Lehmmischungen oder Torf. Die Abdrücke der Bretter, mit denen der Boden eingeschalt war, sind bei unserem Beispiel noch deutlich zu erkennen. 

Die Dämmung wurde aus einem Anwesen in Nördlingen geborgen. Sie stammt demnach zwar nicht direkt aus Franken, ist aber als ausgesprochen frühes Beispiel dieser Bautechnik dennoch interessant für unsere Dokumentation. Eine genaue Datierung ist aufgrund der zahlreichen Umbauten des Hauses nicht möglich. Der Dachstuhl entstand ca. 1554, der Boden könnte aber durchaus noch 100 Jahre älter sein.

Das Fränkische Freilandmuseum verwahrt generell nicht nur klassisches Sachgut wie Möbel, Hausrat oder Werkzeuge, sondern auch Baumaterialien, darunter Ziegel, Mauerverbände, Putzproben sowie  feste Einbauten wie Fenster, Türen oder Deckenteile.