Dr. Siegmund Rindskopf

Ansicht des Gisela-Gymnasiums in München.

Am Gisela-Gymnasium in München verbrachte Dr. Siegmund Rindskopf einen Großteil seiner Laufbahn. Foto: Akerbeltz.

Ein Leben im Dienste der anderen führte Dr. Siegmund Rindskopf und entsprechend viel gibt es über ihn zu berichten. Am 10.06.1877 als jüngster Sohn von Jakob und der gebürtigen Allersheimerin Jeanette Rindskopf (Friedlein) geboren, musste er schon früh das gewohnte Umfeld verlassen. Bereits im Säuglingsalter siedelte Siegmund mit seiner kleinen Familie 1878 nach dem Tod des Vaters nach Würzburg um, wo er fortan häufigen Umzügen ausgesetzt war. So ist er im Laufe der Jahre unter den Adressen Ursulinergasse 9, Domstraße 9, Marktplatz 4 und Reibeltgasse 6 nachweisbar. Er besuchte vier Jahre lang die Israelitische Bildungs- und Erziehungsanstalt und anschließend die drei unteren Klassen des Alten Gymnasiums, um dann schließlich in das örtliche Realgymnasium überzuwechseln, welches er im Jahr 1896 mit dem Reifezeugnis verließ.

Doch damit war der Wissensdurst des jungen Mannes noch lange nicht gestillt. Nachdem sich Siegmund Rindskopf an der Würzburger Universität zunächst zwei Semester lang an einem Studium der Mathematik und Physik versucht hatte, wechselte er im weiteren Verlauf das Fach und absolvierte sieben Semester im Fach Deutsche Philologie. Für weitere zwei Semester setzte er sein Studium in München fort, wo er in der Theresienstraße 25 ein Zuhause fand. Gekrönt wurde seine akademische Laufbahn am 15.05.1901 durch seine Promotion, in welcher er sich mit dem sprachlichen Ausdruck der Affekte in Lessings dramatischen Werken auseinandersetzte und dafür eine Beurteilung von magna cum laude erhielt.

Doch Rindskopf wollte sein Wissen weitergeben und so unterzog er sich im Anschluss einer Lehramtsprüfung, welche sich noch einmal über vier Jahre zog und ihm insgesamt im schriftlichen Teil eine Zwei und im praktischen eine glatte Eins einbrachte. Problematisch nur: In Bayern schienen seine Fähigkeiten zunächst nicht benötigt zu werden. Auf Anfrage teilte man ihm mit, dass der Zeitpunkt einer Anstellung im Staatsdienst derzeit nicht absehbar sei. Kein Wunder also, dass es Siegmund Rindskopf erst einmal hinaus in die große weite Welt zog. Eine erste Anstellung fand sich an der „Höheren Handels- und Fortbildungsschule“ in Harburg, ganz im Norden von Deutschland. Später wechselte er als wissenschaftlicher Hilfslehrer an das Israeitische Progymnasium Israel Jacobsohns in Seesen am Harz. Die Schule galt als eine der Hochburgen reformatorischer Bestrebungen im deutschen Judentum. Siegmund Rindskopf unterrichtete hier zunächst anderthalb Jahre Geschichte, Erdkunde und Deutsch als Vertretung eines zunächst erkrankten und später gar verstorbenen Kollegen. Sein Ziel, einmal in den bayerischen Staatsdienst einzutreten, verlor er dabei jedoch nie aus den Augen.

Im November 1904 ergab sich die Gelegenheit, an das pädagogische Seminar in Würzburg zu wechseln, um dort in einem achtmonatigen Kurs auf den Staatsdienst am Königlichen Realgymansium vorbereitet zu werden. Hierfür wurde ihm ein Stipendium von insgesamt 480 Goldmark zugestanden, welches in Raten von 60 Mark monatlich zur Auszahlung gelangte. In Würzburg entwickelte sich Rindskopf sehr zur Zufriedenheit seiner Ausbilder, in seiner Beurteilung anlässlich der zweiten Staatsprüfung für Lehramtskandidaten ist die Rede von einem gescheiten, vielseitig gebildeten, besonnenen und tadellosen jungen Mann mit großer didaktischer Sicherheit und Formgewandtheit, der ein zutreffendes und feines Urteil in pädagogischen und didaktischen Fragen habe und überdies eifrig und fleißig sei. Entsprechend wurde seine Leistung mit der bestmöglichen Note bewertet.

Ein wenig Geduld war dennoch vonnöten. Zunächst ging es für den vielversprechenden Kandidaten nach Ostern 1906 als Vertretung für einen abgewanderten Kollegen noch einmal nach Seesen, dort blieb Siegmund Rindskopf jedoch nur kurz. Bereits im Herbst 1906 ist von seiner Rückkehr in den bayerischen Staatsdienst die Rede. Dort war er zunächst an der Realschule in Ansbach tätig, ehe er vom 01.01.1907 bis zum 15.07.1907 zunächst als Aushilfsassistent und dann als Assistent am Realgymnasium München wirkte. Langwieriger war sein Engagement am Realgymansium seiner Heimatstadt Würzburg, wo er zwischen 1909 und 1913 als Oberstudienrat für Latein, Deutsch und Geographie angestellt war. Von der Orthodoxie hatte er sich da schon lange abgekehrt und nahm folgerichtig Anfang Juni 1910 an einer Versammlung der Vereinigung des liberalen Judentums in Deutschland im nahen Nürnberg teil.

Der Erste Weltkrieg ging auch an Siegmund Rindskopf nicht spurlos vorbei: 1917 absolvierte er für kurze Zeit Militärdienst als Kriegsfreiwilliger und wurde im Lager Lechfeld zum Granatwerfer ausgebildet. Aufgrund eines Ohrenleidens kam es jedoch letztlich nicht zum Fronteinsatz. Ohnehin hatte Rindskopf vor Ort Aufgaben genug: Im November 1916 etwa war er es gewesen, den ein befreundetes Ehepaar aufgesucht hatte, um die zum Katholizismus strebende Tochter wieder mit dem jüdischen Glauben zu versöhnen. Zu seinem Freundeskreis gehörten Persönlichkeiten wie Otto Groth, der als einer der Begründer des deutschen Zeitungswesens gilt.

Auch privat änderte sich für Siegmund Rindskopf in dieser Zeit vieles. Am 12.02.1920 heiratete er seine Cousine Hedwig Spear aus Fürth. Die gemeinsame Zukunft des Paares gestaltete sich in München, wo Siegmund im selben Jahr eine Stelle als Professor an der Gisela-Kreisrealschule im Stadtteil Schwabing annahm. Dort sollte er 15 Jahre lang als Studiendirektor, Oberstudiendirektor, Klassenleiter, und ab 1929 auch als Oberstudienrat, tätig sein. Zu seinen Fächern zählte unter anderem Latein. Zudem wurde er 1932 zum Seminarlehrer für die germanistischen Fächer bestimmt. Am 20.08.1924 war in München seine Tochter Johanna auf die Welt gekommen und hatte die kleine Familie komplettiert. In München ist Siegmund Rindskopf unter den Adressen Siegfriedstraße 8, Clemensstraße 10, Tengstraße 24, Leopoldstraße 42 und Goethestraße 26 nachweisbar, wobei es sich in den letzten Fällen nicht mehr um freiwillige Wohnungsänderungen gehandelt hat.

Eine Beamtenlaufbahn wie viele andere also? Nicht im Nationalsozialismus. Zum 31.12.1935 wurde Siegmund Rindskopf aus dem staatlichen Schuldienst entlassen und auf Grundlage der 1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14.11.1935 in den Zwangsruhestand versetzt. Zwei Jahre zuvor war er vom „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ noch verschont geblieben, da er bereits vor dem Ersten Weltkrieg als Beamter tätig gewesen war. Vorsorglich hatte sein ihm gewogener Direktor Dr. Wetzstein den Nationalsozialisten gegenüber angemerkt, Rindskopf könne auch Mathematik unterrichten, falls ein Einsatz in Geschichte nicht länger erwünscht sei. Damals hatten die Behörden noch keinen Anlass zum Handeln gesehen. In einem Antwortschreiben wurden zudem Siegmund Rindskopfs politische Zugehörigkeiten offengelegt, so war er von 1907 bis 1909 Mitglied des National-Sozialen Vereins Münchens, von 1910 bis 1918 Mitglied der Fortschrittlichen Volkspartei, von 1918 bis 1931 Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei und von 1931 bis 1933 Mitglied der Deutschen Staatspartei, war jedoch politisch nie besonders hervorgetreten. Zwei Jahre später nun sah das alles anders aus. Zunächst wurde Rindskopf als für eine Beförderung ungeeignet eingestuft, weil er Jude sei, anschließend wurde er am 08.10.1935 vom Dienst beurlaubt, erhielt aber zunächst zumindest sein Gehalt weiter. Sein Gesuch, auch nach 1935 noch Bezüge zu erhalten, in dem er unter anderem auf seine Kriegsdienste hinwies, wurde mit der Bemerkung abgelehnt, er sei kein Frontkämpfer gewesen.

Siegmund Rindskopf blieb nur übrig, sich eine der wenigen Stellen zu suchen, die verfolgten Lehrern noch gestattet waren. Ab 1936 betätigte er sich als Lehrer an der Fortbildungsschule der Jüdischen Volksschule in München. Hier zeigte er sich zunächst erschrocken über die ungewohnte Disziplinlosigkeit der Schüler und so war er hocherfreut, einen seiner ehemaligen Schüler von der Gisela-Oberrealschule in der Klasse zu sehen, der ebenfalls jüdische Wurzeln hatte und mit den Sitten an der alten Schule vertraut war. Er und andere Gymnasiasten waren es, die Rindskopf dazu brachten, sich mit seiner neuen Aufgabe zu arrangieren.

Doch damit nicht genug. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde Rindskopf festgenommen und musste bis zum 1. Dezember im KZ Dachau in sogenannter „Schutzhaft“ ausharren. Anschließend intensivierte er seine Bemühungen um eine Emigration für sich und seine Familie, zu der ihm Freunde und Bekannte ohnehin schon lange geraten hatten. Da er seine Chancen auf eine Einreisegenehmigung auf konventionellem Weg gering einschätzte, bemühte sich Rindskopf, eine Berufung an eine amerikanische Universität zu erhalten, um so womöglich bevorzugt behandelt zu werden. Die Behörden signailiserten ihm, dass seine Ausreise sie sehr zufriedenstellen würde. Alleine es wollte sich keine Chance auftun. Noch in den frühen 1940ern ersuchte Siegmund seinen Bruder Moritz um Hilfe bei der Auswanderung. Jahre vorher hatte er noch Unverständnis über dessen Ausreise geäußert. Doch auch Moritz konnte nicht helfen, eine Emigration war nicht mehr möglich.

Auch die Nationalsozialisten wussten mit einem betagten Oberstudiendirektor innerhalb ihres perfiden und ausbeuterischen Systems wenig anzufangen. Er wurde schließlich in ein Lager in Milbertshofen verlegt, wo er durch Abspritzen von Zementsäcken der Staubbildung vorbeugen musste und dabei immer wieder höhnische Bemerkungen der Wachmannschaft zu ertragen hatte. Da war es ein Glücksfall und spricht für den Respekt der Schüler, dass einer der ehemaligen Zöglinge von Siegmund Rindskopf diesen nach einem zufälligen Treffen sofort für seine Kohlehandlung anforderte und ihn dort pro forma kleinere Dienste erledigen ließ. Dennoch musste dieser nun täglich mit seiner Deportation rechnen. Unter seinen Augen hatten sich gierige Nachbarn bereits seine Möbelstücke ersteigert. Eines Samstags erschien dann ein Polizist und gab der Familie noch eine Vorbereitungszeit bis Montags, die Otto Groth noch einmal zu einem Abschiedsbesuch nutzte. Am 04.04.1942 wurde er mit Frau und Tochter ins Ghetto Piaski deportiert. Die nächste Nachricht von ihm kommt dann 1942/43 bereits in einem Brief aus Theresienstadt, in dem berichtet wird, es gehe ihm gut und er habe mit seiner Familie Geburtstag gefeiert. Vielleicht war es der letzte des beliebten Lehrers, denn aus dem Konzentrationslager kehrte er nie zurück. Am Gisela-Gymnasium gedenkt man seiner mittlerweile wieder. Sein Lebensabend jedoch wurde ihm von den Nationalsozialisten geraubt.

 

Dr. Siegmund Rindskopf

 

Dr. Siegmund Rindskopf spent his life serving others and thus it is no wonder that a lot can be told about him. He was born on June 10th 1877 as the youngest son of Jakob and Jeanette Rindskopf (a born Friedlein from Allersheim) but did not get to spend a lot of time in his birhtown. As early as 1878, Siegmund and his family settled in Würzburg after the death of his father and from then on moved repeatedly within the city. Over the course of time, he can be found under the adresses Ursulinengasse 9, Domstraße 9, Marktplatz 4 and Reibeltgasse 6. For four years, Siegmund was a student at the Israelitic Educational Establishment, then he absolved the three lower classes of the Old Academic High School before finishing his studies at the local Secondary School, from which he graduated in 1896.

But Siegmund Rindskopf’s thirst for knowledge endured and so he decided to join a university. After two semesters of mathematics and physics, he changed his subject to German Philology and spent seven semesters in Würzburg studying. Additionally, he spent two semesters in Munich, where he found a temporary home under the adress Theresienstraße 25. To complete his formal education, rindskopf finished his Ph.D. on May 15th of 1905, writing about the linguistic expressionof emotions in the dramatic works of Lessing and receiving a grading of magna cum laude.

In the meantime the young man had decided that he wanted to pass on his knowledge to others. To do so he had to go through a teaching qualification, which took another four years but which he passed receiving a high grade for the written part and the best grade possible for the practical part. The only problem was that there seemed to be no demand for his talents in Bavaria at the time. Upon request, the authorities answered Rindskopf that no date could yet be determined for his entrance into civil service. Thus it is no wonder that the first steps led Siegmund far away from home, to the northern-german town of Harburg, where he was granted a position at the Higher Trade and Advanced Education Institute. Later he moved to Seesen, near the Harz mountains, where he worked as an assistant teacher at the Israelitic Academic High School of Israel Jacobsohn. This school was considered one of the centres of liberal Judaism. Here, Siegmund Rindskopf teached History, Geography and German for one and a half year, replacing a sick and later deceased colleague. However, Rindskopf’s goal remained to become a civil servant in Bavaria.

In November of 1904, he embraced the opportunity to move back to Würzburg, where he studied at the Pedagogical Seminary for eight months to prepare him for a position at a Royal Academic High School. During this time he received a scholarship of 480 Goldmark, which were paid in rates of 60 Mark per month. In Würzburg, Rindskopf developed much to the pleausre of his professors. During his second state exam for prospective teachers he was described as a bright, versatilely educated, prudent and impeccable young man with great didactic safety and eloquence, who has a correct and fine judgement in pedagogic and didactic questions and is eager and hardworking. Accordingly he was rated with the highest grade.

And still he needed to remain patient. After Easter of 1906, Siegmund Rindskopf once again went to Seesen, where he worked as a replacement for a colleague which had left the school, but this time he only stayed shortly. In the autumn of 1906 he retuned to Bavarian civil service, receiving a position at the middle school in Ansbach. From January 1st of 1907 until July 15th of 1907, he served as a temporary assistant and later assistant at the Academic High School in Munich. Afterwards he once again returned to Würzburg, where he worked as a „Oberstudienrat“ for Latin, German and Geography between 1909 and 1913. At this time he had already turned his back to religious orthodoxy, which can be also seen by his participation in a meeting of the association of liberal judaism in Germany, held in Nuremberg in the beginning of June of 1910.

World War I also left traces in the life of Siegmund Rindskopf. For a short while in 1917 he absolved war duties as a volunteer and was trained to be a bombthrower in Camp Lechfeld. Due to an ear complaint however, he was not sent to the front. But there were enough challenges awaiting him at home, for example in November of 1916, when a befriended couple asked him to convince their daughter, which strongly sympathized with catholic views, to hold on to her jewish faith. Among his friends were personalities such as Otto Groth, one of the founding fathers of the newspaper business in Germany.

In this time, a lot changed for Siegmund Rindskopf privately as well. On February 12th of 1920 he married his cousin Hedwig Spear from Fürth. The future of the couple lay in Munich, where Siegmund was granted a position as professor at the Gisela Academic High School in the quarter of Schwabing the same year. For fifteen years, he worked as director of studies, head teacher, class teacher and „Oberstudienrat“ (since 1929). One of the subjects he teached was Latin. Additionally, he was named seminar teacher for the German subjects in 1932. During this time his family was completed by the birth of his daughter Johanna on August 20th of 1924. In Munich, Siegmund Rindskopf can be found under the adresses Siegfriedstraße 8, Clemensstraße 10, Tengstraße 24, Leopoldstraße 42 and Goethestraße 26, the later forced moves.

So is Siegmund Rindskopf’s biography one of a typical civil servant? The national socialists did not allow that. On December 31st of 1935, Rindskopf was dismissed from his position and sent into a forced retirement on the basis of the first regulation of the citizenship law in Nazi Germany. Two years earlier, he had been able to keep his position regardless of the „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, that had cost many others their jobs, because he had been a civil servant already before World War I. As a precaution, school director Dr. Wetzstein, who sympathized with Rindskopf and wanted to keep him at the school, had informed the national socialists, that Siegmund Rindskopf could also teach maths if his work as a history teacher was no longer acceptable. Back then the authorities saw no reason to dismiss the respected teacher. In connection to this incident we also learn more about the political views of Siegmund Rindskopf. From 1907 until 1909 he had been a member of the National-Social Society of Munich. From 1910 to 1918 he had been a member of the Progressive People’s Party. From 1918 to 1931 he joined the German Democratic Party and from 1931 to 1933 he was a member of the German State Party. In general, he was not known to express political views very loudly however. Two years later, things had changed a lot. At first he was considered unfit for a promotion due to his jewish origins. On October 8th of 1935 he was placed on administrative leave, but continued to receive his salary until the end of the year. His petition to grant him his salaries after this date, in which he, among other things, pointed out that he had served in the war, was rejected, stating that he had not fought at the front.

The only thing remaining was to search for one of the few positions that persecuted teachers were still allowed to hold under the national socialists. From 1936 on, Siegmund Rindskopf worked as a teacher at the advanced education institute of the Jewish Public School in Munich. At first he was shocked because of what appeared to him to be a lack of discipline. He was happy to meet a pupil that had also been expelled from the Gisela school, because the boy knew what he expected from his students. Together with some other boys that had been expelled from Academic High Schools, he became a spark of hope for Rindskopf.

But the persecution continued. After the november pogroms of 1938, the old teacher was arrested and had to remain in „preventive arrest“ in the Dachau concentration camp until December 1st. Afterwards Rindskopf increased his efforts to realize emigration for him and his families, which friends and acquaintances had long advised him to do. The authorities made it clear that they would welcome his leave very much. Since he saw low chances to receive a regular visa, Siegmund tried to gain a position as a professor at an American university in order to be treated preferential. But he had no luck. In the early 1940s, Siegmund spoke with his brother Moritz, whose emigration some years earlier he had not understood, if he could maybe arrange their passage. But at this time, all chances of emigration had passed.

The national socialists did not really know what to do with a 65 year old teacher within their brutal system of forced labor and degredation. Siegmund Rindskopf was transferred to Milbertshofen, where he had to spray cement sacks with water in order to keep the dust from spreading. During the process, he was repeatedly made fun of by the guard personnel. It speaks for the high respect of his pupils that when one of his former students met Siegmund by chance, he immediately convinced the authorities to let him work in his own company, where Siegmund just had to do small things pro forma and was otherwise left alone. But every day he had to expect deportation. Some of his furniture had already been auctioned off to his greedy neighbors, while he had to watch. One saturday, a policeman appeared and gave them a time limit until monday, which Siegmund used to say Goodbye to his friend Otto Groth. On April 4th of 1942, he was deported to the Piaski Ghetto along with his wife and daughter. The next sign of life is already from Terezin. In a letter from 1942/43, Siegmund Rindskopf is mentioned as alive and he celebrated his birthday with his family. Maybe it was his last one. He never returned from the concentration camps. The Gisela school nowadays remembers its former teacher. But his evening of life was taken from him by the national scoialists.

 

Quellen

 

Biographische Datenbank jüdisches Unterfranken.

Gemeindearchiv Giebelstadt Karton 4 Akt 1.

Rindskopf, Siegmund: Der sprachliche Ausdruck der Affekte in Lessings dramatischen Werken. Inaugral-Dissertation verfaßt und der Hohen Philosophischen Fakultät der Königl. Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg zur Erlangung der Doktorwürde vorgelegt am 20. Februar 1901. Dresden 1901.

Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V.: Dr. Siegmund Rindskopf (verfasst durch Lisa Hollerith).

Franz, K.: Endstation Theresienstadt. Ein Lehrer der Gisela im KZ verschollen (Jahresbericht der Gisela-Oberrealschule 1959/60).

Bericht über die Jacobson-Schule Realschule mit realprogymnasialer Abteilung (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz für die Zeit von Ostern 1904 bis Ostern 1905 erstattet von dem Direktor. Goslar 1905.

Karl, Willibald: Der Germanist Dr. Siegmund Rindskopf und seine Familie, in: Ilse Macek, ausgegrenzt-entrechtet-deportiert. Schwabing und Schwabinger Schicksale 1933-1945, Seite 220-226.

Bericht über die Jacobson-Schule Realschule mit realprogymnasialer Abteilung (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz für die Zeit von Ostern 1905 bis Ostern 1906 erstattet von dem Direktor. Goslar 1906.

Bericht über die Jacobson-Schule Realschule mit realprogymnasialer Abteilung (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz für die Zeit von Ostern 1907 bis Ostern 1908 (mit einem Nachtrag von Ostern 1906 bis Ostern 1907) erstattet von dem Direktor. Seesen 1908.

Stadtarchiv München: Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945.

Stadtarchiv München: Datenbank über die Münchner Juden 1933-1945.

Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland (Hg.): Liberales Judentum. Monatsschrift für die religiösen Interessen des Judentums. August/September 1910.

Gebhardt, Miriam: Das Familiengedächtnis. Erinnerung im deutsch-jüdischen Bürgertum 1890 bis 1932. Stuttgart 1999.

Groth, Otto: Das Wesen des Werkes. Berlin 1960.

Memorbuch für die Fürther Opfer der Shoah.

Scroll Congregation Beth El Vol. 59 No. 8 April 2010.