Gestohlene Erinnerung

Die Ausstellung #Stolen Memory kommt aus gutem Grund in einem Überseekoffer daher, denn sie weist auf gestohlene Erinnerungen hin. Mit Hilfe einer Datenbank ist den gestohlenen Gegenständen auf die Spur zu kommen.

Am 14. Juni 2020 jährte sich der erste Transport polnischer Häftlinge ins nationalsozialistische Konzentrationslager Auschwitz zum 80. Mal. Unter den 728 männlichen Gefangenen waren polnische Soldaten, Politiker, Beamte, Lehrer, Ärzte und Geistliche – aber auch minderjährige Schüler und Pfadfinder. Sie erhielten die Häftlingsnummern 31 bis 758. Ihren Besitz, den sie im Moment ihrer Verhaftung bei sich trugen, nahmen ihnen die deutschen Besatzer ab.

In den meisten Fällen sind diese Gegenstände nicht erhalten. Eine Ausnahme ist eine kleine Gruppe der 728 Häftlinge, die von Auschwitz zur Zwangsarbeit in das KZ Neuengamme bei Hamburg oder in das KZ Dachau transportiert wurde. Durch verschiedene Zufälle wurde ihr Eigentum in einer besonderen Sammlung der Arolsen Archives aufbewahrt – bis zur Rückgabe an die Familien. Denn diese sogenannten Effekten gehören nicht dem Archiv, sondern den Nachfahren der einstigen Besitzer.

Die Kampagne #StolenMemory wurde von den Arolsen Archives ins Leben gerufen, um persönliche Gegenstände ehemaliger KZ-Häftlinge – wie Schmuck, Briefe oder Fotos – an deren Familien auszuhändigen. Mit einem umgestalteten Übersee-Container tourt #StolenMemory als Wanderausstellung durch Deutschland und macht vom 12. bis 25. August Station im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim. Dort ist sie täglich von 9 – 18 Uhr auf der Wiese der Baugruppe Mainfranken-Frankenhöhe zu sehen. Kurze Animationsfilme, eine App und eine moderne Website ermöglichen auch einen virtuellen Zugang. Begleitend zum Ausstellungsbesuch gibt es auch Unterrichtsmaterialien zum Download.