Gestricke Strümpfe – schmücken das Bein und wärmen die Füße

Die vier Paare Socken sind weiß. Sie sind mit farbigen Buchstaben bestickt.

An der Vielfalt und der Schwierigkeit der Strickmuster zeigte sich die Geschicklichkeit der Strickerin. (Foto: Juliane Sander)

Die drei Sockenpaare sind blau.

Männer und Frauen verwendeten an den Werktagen blaue Strümpfe. (Foto: Juliane Sander)

Die zwei Sockenpaare sind weiß. Sie sind mit bunten Buchstaben bestickt.

Weiße Baumwollstrümpfe waren Bestandteil der Aussteuer der Frau, oft schmückten sie Initialen. (Foto: Juliane Sander)

Die beiden Socken sind weiß. Sie sind mit roten Buchstaben bestickt. Die Buchstaben sind Abkürzungen für einen Namen.

Die Ziffern erleichterten die Zuordnung der Paare nach dem Waschen. (Foto: Juliane Sander)

Seit wann es Strümpfe im heute gebräuchlichen Sinne gibt, ist nicht genau zu sagen. Die Römer trugen den sog. „soccus“, ein niedriger Schlupfschuh, von dem sich die Bezeichnung „Socke“ ableitet. Aus koptischen Gräbern des 4.–6. Jahrhundert v. Chr. sind zweigeteilte Socken bekannt.

Im 16. Jahrhundert gibt es Belege für das Vorkommen des Strumpfs als eigenständiges Kleidungsstück. So werden in Nürnberger Kleiderordnungen und Nachlassinventaren bereits zu Beginn des Jahrhunderts neben geschneiderten von Hand gestrickte Strümpfe genannt.

Obwohl das Stricken mit dem Nadelspiel schon früher bekannt war, wurden sie bis ins 17. Jahrhundert auf zwei Nadeln gestrickt und rückseitig zusammengenäht. Neben Wolle finden sich Baumwolle, Seide und Leder verarbeitet.

Vor allem auf dem Land war der gestrickte Strumpf aus Wolle oder Baumwolle noch im 19. Jahrhundert üblich. Im Sommer ging die Landbevölkerung bis spät in den Herbst hinein vorwiegend barfuß. An Werktagen sowie im Winter trug man Strümpfe aus Schafwolle.

Neben der natürlichen Wollfarbe scheinen, von Gegend zu Gegend verschieden, vornehmlich rote und blaue Strümpfe – einfarbig oder gemustert – beliebt gewesen zu sein. In manchen Regionen blieben den Mädchen rot-weiß gemusterte Strümpfe vorbehalten, Männer und Frauen verwendeten an den Werktagen blaue Strümpfe.

Weiße Baumwollstrümpfe waren für hohe Festtage vorgesehen. Und sie bildeten einen wichtigen Bestandteil der textilen Aussteuer der Frau. Oft schmücken sie Initialen. Eine zusätzliche, ebenso gestickte Ziffer garantierte, dass die Paare nach dem Waschen wieder zueinander gefunden werden konnten. Die Nachlassinventare der zweiten Hälfte des 18. und 19. Jahrhunderts führen am häufigsten weiße Baumwollstrümpfe auf. Eine hohe Anzahl erhaltener Originalstücke bestätigt dies.

Die in unterschiedlichen Mustern gestrickten Bündchen erleichterten das richtige Zuordnen der einzelnen Strümpfe. An der Vielfalt und der Schwierigkeit der Strickmuster zeigte sich die Geschicklichkeit der Strickerin. Zum Teil wurden die Zwickel beidseitig, vom Fußspann über den Knöchel bis zum Wadenansatz, durch gestrickte oder aufgestickte Muster mit und ohne Perlen hervorgehoben. Viele dieser Strümpfe blieben ungetragen.