Reinhold Meyer in Ruhestand verabschiedet

Der Arbeitsvertrag von Reinhold Meyer mit dem Bezirk Mittelfranken in Ansbach, dem Träger des Fränkischen Freilandmuseums, trat am 1. Oktober 1982 in Kraft. Zum 1. November 2021 wurde Reinhold Meyer im Kreis der Kolleginnen und Kollegen nun festlich verabschiedet. Er war der dienstälteste Mitarbeiter.

Übergabe der Abschiedsgeschenke an Reinhold Meyer (Mitte) von Bauhofleiter Ernst Baßler (links) und Museumsleiter Dr. Herbert May (rechts). Foto: Ute Rauschenbach

Reinhold Meyer (2. von rechts) im Kreis seiner Kollegen vom Betriebsbauhof im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim. Foto: Ute Rauschenbach

Ein „absolutes Urgestein“ – so nannte Museumsleiter Dr. Herbert May den Zimmerer Reinhold Meyer, der im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim knapp 40 Jahre in der Zimmerei des Betriebsbauhofs beschäftigt war. Genau 39 Jahre und 1 Monat war Reinhold Meyer im Dienst und hat die Geschichte des Fränkischen Freilandmuseum von Anfang an miterlebt. Mit einer Bilderschau verabschiedeten die Museumsmitarbeiter nun ihren Kollegen. Das erste Foto von Reinhold Meyer zeigte ihn im Kreis der ehemaligen Kollegen der Firma Siller, die in Ansbach ein Holz-Sägewerk und eine Zimmerei betrieb. Nachdem die Zimmerei aufgegeben wurde, konnten acht Zimmerer vom Fränkischen Freilandmuseum übernommen werden, unter ihnen Reinhold Meyer. Seine Arbeitsfelder im Museum waren vielfältig und umfassten die Landwirtschaft, den Betrieb der Dreschmaschine, die Mühlenwartung oder das Decken von Strohdächern. Holzarbeiten wie das Behauen von Stämmen, das händische Aufsägen von Holzstämmen mit der Zugsäge und besonders Holzreparaturmaßnahmen aller Art waren jedoch der Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Die Kollegen bescheinigten ausnahmslos, dass er bei Behauarbeiten am Holz ein absoluter Profi war. Ein Höhepunkt im beruflichen Wirken Reinhold Meyers war die Erfindung einer speziell angefertigten, weiter entwickelten Stichaxt mit gebogener Klinge, die ein effektiveres Arbeiten beim Anfertigen von hölzernen Dachrinnen ermöglichte. Ihm zu Ehren wurde sie nun „Meyersche Stichaxt“ getauft. Museumsleiter Dr. Herbert May scherzte dazu: „Künftig werden die Handwerker vielleicht sagen: Gib mir mal den Meyer!“