Schon 15 Jahre … die Zeit verrinnt

Eigentlich hätte das Museum Kirche in Franken in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag feiern können.

Blick in den Chorraum der Spitalkirche; im Hintergrund ein Chor, einige Gäste im Gestühl

Festgottesdienst in der Spitalkirche am 16.07.2006 zur Eröffnung des Museums Kirche in Franken

Schutzengelfiguren aus Porzellan mit einem Konfirmand und einer Konfirmandin in typischer Konfirmationskleidung

Schutzengelfiguren mit Konfirmand und Konfirmandin; Porzellan, 20. Jahrhundert

Hölzerne Kanzelsanduhr mit 4 Doppelgläsern

Kanzelsanduhr; Holz, Glas, Leder, Golddrähte, 1646, Ansicht von vorne

Deckenplatte der Kanzelsanduhr; Gravur 1 M.A.B.S 6

Kanzelsanduhr; Ansicht auf Deckplatte mit eingravierten Buchstaben und Zahlen

Am 16. Juli 2006 – vor genau 15 Jahren – wurde das Museum Kirche in Franken nach 15jähriger Vorbereitungszeit mit einem großen Festgottesdienst und Festakt eröffnet. 15 Jahre Vorbereitung plus 15 Jahre Museumsbetrieb unter dem Dach des Fränkischen Freilandmuseums, dies wären alles gute Gründe, um ordentlich zu feiern.

Im Jahr 2021 ist allerdings alles etwas anders: So konnte das Museum pandemiebedingt teilweise seine Pforte nicht für die Besucher/innen öffnen. Ein Straßenfest auf der Rothenburger Straße, wie zum 5. und 10. Geburtstag gefeiert, in diesen Zeiten undenkbar! Und nun steht auch noch eine Sanierung der Spitalkirche ins Haus, die einen Festakt oder Festgottesdienst unmöglich macht.

So sei nun wenigstens im digitalen Raum auf unser Jubiläum hingewiesen! Nicht zu trennen vom Museum Kirche in Franken ist beim Thema Jubiläum der Förderverein Spitalkirche e. V., der im Jahr 2021 auf 30 Jahre bürgerschaftliches Engagement zurückblicken kann. Der Verein leistete seinen Beitrag nicht nur zur Renovierung der Spitalkirche als Baudenkmal, zu den aufschlussreichen Grabungen im Innern der Kirche in den Jahren 2000/01 und natürlich Jahr für Jahr zum Betrieb des Museums. Er trug auch dazu bei, dass ein Fundus an Ausstellungsstücken für das Museum erworben werden konnte. Eine Vielzahl an Gegenständen konnte angekauft werden, welche die Bedeutung von Religion im Lebenslauf illustrieren oder an oftmals vergessene Bräuche und Traditionen erinnern.

Ein Beispiel sind die beiden Porzellanfigürchen mit Konfirmanden und Engeln. 1998 wurden die Figuren im Antiquitätenhandel erworben und der Sammlung des Museums Kirche in Franken zugefügt. Ein Konfirmand und eine Konfirmandin sind hier jeweils mit einem Schutzengel dargestellt.  Die Konfirmation als feierliche Bestätigung der Taufe  und protestantisches Übergangsritual zum Erwachsenenalter wird in der Dauerausstellung auf der 1. Empore aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet. Dort sind in einer Vitrine auch die beiden Figuren zu sehen.

Der Ankauf einer Kanzelsanduhr aus dem Raum Ansbach im Jahre 2006 konnte ebenfalls durch die Unterstützung des Fördervereins realisiert werden. Das sehr gut erhaltene hölzerne Stück wird in unseren Depots verwahrt und wurde 2016 anlässlich des 10. Geburtstags in der Sonderausstellung „Lebendige Steine“ erstmals gezeigt. In einem Holzgehäuse befinden sich vier Doppelgläser, die in der Mitte durch einen Türkenbund aus Pech, Lederstreifen und goldumwickelten Drähten zusammengehalten werden. Auf der Deckplatte ist „1.M.A.B.S.6“ und auf der Bodenplatte „4.M.M.L.D.6“ eingraviert. Die Datierung auf das Jahr 1646 kann so herausgelesen werden. Die Sanduhren geben unterschiedliche Zeiten an (viermal eine Viertelstunde), d. h. der Sand läuft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch. Die Kanzelsanduhr hatte ursprünglich einen Holzständer und war drehbar daran befestigt. Ein ähnliches Stück aus der Kirchengemeinde St. Kilian in Bad Windsheim kann in der Dauerausstellung im Bereich der Brenck`schen Kanzel bewundert werden.

Bis zum nächsten runden Geburtstag im Jahr 2026 werden das Museum Kirche in Franken und der Förderverein Spitalkirche e.V. zusammen mit allen anderen Trägern des Museums weiterhin dafür sorgen, dass den Besucher/innen die Geschichte, die Traditionen und die Formen des fränkischen Protestantismus durch interessante und anschauliche Exponate vermittelt werden können.