Seifenhandtuch für unterwegs... und ein Witz mit laufender Nummer

Die Schachtel ist rechteckig. Sie ist aus Pappe. Sie ist rot bedruckt. Die Schrift ist weiß. in der Schachtel steckt ein Tuch.

"WAB Seife Handtuch für unterwegs". Inv.nr. 21/60, im Museum seit 2021. (Foto: Juliane Sander)

Die Schachtel ist rechteckig. Sie ist rot bedruckt. Die Schrift ist weiß. Das weiße Handtuch liegt daneben. Es ist gefaltet.

Das Handtuch erinnert an die heute üblichen Hygienetücher. (Foto: Juliane Sander)

Auf der Rückseite der Schachtel steht ein Witz.

Humor für unterwegs: Auf der Rückseite der Schachtel ist ein Witz aufgedruckt. (Foto: Juliane Sander)

Die Gebrauchsspuren sind irgendwie eindeutig: ungenutzt und doch nicht wie neu, auf den Packungsflächen die Farbe abgerieben, die Kanten aufgerieben und an den Ecken durchgescheuert. Das sind Hinweise auf eine lange Mitfahrt im Autohandschuhfach, dort lag es sicher und jederzeit einsatzbereit. Jetzt ist es im Museum als ein Stück persönlicher Geschichte.

Das „Seife Handtuch für unterwegs“ der Firma WAB (Waren-Automaten-Betrieb) Max Kuhs in Hauingen war in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren gegen Einwurf von 10 Pfennig (heute ca. 5 Cent) aus Toilettenwarenautomaten auf Autobahnraststätten erhältlich. Die Pappschachtel ist quadratisch, praktisch und flach, passt unkompliziert in jede Hosen- und Handtasche, Necessaire, Rucksack… oder eben ins Autohandschuhfach.

Das Tuch hält sich frisch, weil es erst unmittelbar vor Gebrauch befeuchtet und damit aktiviert wird. So trocknet es nie aus und hat auch kein Ablauf- oder Verfalldatum! Die Seife löst sich beim Benetzen mit Wasser. Das sind ausgeklügelte Eigenschaften, perfekt für die aufstrebende, urlaubsfrohe Wirtschaftswunderbevölkerung. Und heute ist das Thema Reisehygiene aktueller denn je.

Rückseitig ein Witz: „WAB – Witz Nr. 62“, für die Kurzweil unterwegs: „Zwei alte Männer sitzen sich im Bahnabteil gegenüber…“ Die Nummer lässt vermuten, dass auf jeder Packung ein anderer Witz aufgedruckt ist. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Marketing-Gag, denn der Jäger und Sammler steckt auch im modernen Menschen. Die Investition lohnt sich umso mehr, schließlich darf man den Humor nicht verlieren.