„Und der dreieinige Gott …“

Die Darstellung der Trinität im Museum Kirche in Franken

Bärtiger Gott-König streckt die Hand zum Gekreuzigten aus, darüber schwebt eine weiße Taube

Ausschnitt Windsheimer Konfessionsbild, 1601, Andreas Herneisen; Abendmahl in beiderlei Gestalt mit Trinitätsdarstellung oberhalb des Altars

Links Jesus Christus sitzend mit Kreuz in den Händen, rechts sitzend Gott-Vater mit Reichsinsignie in der Hand. Dazwischen eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist.

Darstellung der Trinität, Buchmalerei, 13. Jahrhundert, aus der Bible historiale von Guyart des Moulins.

Jesus wird im Jordan getauft, darüber schwebt die Taube; durch die dunklen Wolken bricht ein Lichtstrahl mit 3 Zungen oder Flammen im Zentrum

Taufe Jesu, Epitaph für Johann Siegmund Rieter, 1686, Öl auf Leinwand, Leihgabe: Evang.-Luth. Kirchengemeinde Nürnberg-Mögeldorf; Trinitätsdarstellung im Zentrum des Gemäldes

Gotisches Fenster, Spitalkirche zum Hl. Geist, um 1420, Trinitäts-Maßwerk

Dieses christliche Verständnis davon, dass Gott gleichzeitig drei und einer ist, ist schwer darzustellen. Sowohl in Worten als auch in Bildern.

Gott als Schöpfer, der seine Welt und die Menschen liebt wie ein Vater seine Kinder. Als ein Gott, der in Jesus Christus, seinem Sohn, selbst Mensch geworden ist und das menschliche Leben geteilt hat. Und schließlich als Gott, der im Heiligen Geist bei den Menschen immer noch gegenwärtig und lebendig ist.

Im Museum Kirche in Franken gibt es mehrere Darstellungsformen, die sich dieser Thematik annähern. Das Windsheimer Konfessionsbild von 1601 zeigt eine Abbildung der Trinität, wie sie in der Kunst häufig vorkommt. In einer Wolke schwebt über der Abendmahlsszene im Zentrum des Gemäldes von Andreas Herneisen ein väterlicher König. Seine Hand hat er ausgestreckt und weist direkt zu Jesus Christus am Kreuz. In der Mitte darüber fliegt eine weiße Taube, das Symbol für den Heiligen Geist.  Als Vergleich darunter eine Darstellung aus einer französischen Bibel aus dem 15. Jahrhundert. 

Auf dem Epitaph für Johann Siegmund Rieter von 1686 erscheint die Dreieinigkeit doppelt. Die Taufe Jesu im Zentrum zeigt Jesus Christus, der Sohn, der gerade im Jordan getauft wird. Darüber schwebt in einem Lichtstrahl, der durch die Wolken bricht, eine weiße Taube. Gott wird repräsentiert durch drei Flammen/drei Zungen, von ihnen ausgehend kommt der Heilige Geist auf die Szene herab.

Die älteste Trinitätsdarstellung in der Spitalkirche wird häufig nicht als solche erkannt. Es handelt sich hierbei um eines der Maßwerkfenster, welches man im Treppenhaus des Museums Kirche in Franken ganz nah studieren kann. Die Kunstfertigkeit der spätmittelalterlichen Steinmetze ließ hier die Zahl 3 mehrmals einfließen. Nur an diesem Fenster wurde darauf besonders Wert gelegt.

In einem Programm für Konfirmanden wird genau diese Thematik anhand der verschiedenen Gottesbilder vermittelt. Die Jugendlichen können sich dabei mit der Trinität aber auch mit Frage, ob man sich von Gott überhaupt Bilder machen darf, auseinandersetzen.