Weißstörche auf der Spitalkirche

Auf dem Dach der Spitalkirche, in der das Museum Kirche in Franken untergebracht ist, befindet sich seit vielen Jahren ein Storchennest. Über eine Kamera im Turm der Kirche ist ein Blick auf die Vorgänge im Nest möglich. Häufig nutzten die Störche das große Freigelände des Museums für die Nahrungssuche oder finden dort Nistmaterial.

Weißstorch in seinem Horst auf dem Dach der Spitalkirche

Weißstorch in seinem Horst auf dem Dach der Spitalkirche

Die markant schwarz und weiß gefiederten Störche sind mit einer Flügelspannweite von etwa zwei Metern imposante Tiere, die sich aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an den Menschen und seine Siedlungen auch gut aus der Nähe beobachten lassen. Die Nahrung des Storchs ist vielfältig: Fische, Frösche, Reptilien, Mäuse, Regenwürmer sowie Insekten und ihre Larven. Dementsprechend finden wir den Storch in Flussniederungen, auf nicht zu intensiv genutzten Wiesen und Weiden sowie an Kleingewässern bei der Nahrungssuche. Störche sind in der Regel Langstreckenzieher und nutzen Winterquartiere in West-, Ost- und Südafrika. Eine neuere Entwicklung, die möglicherweise mit dem Klimawandel zusammenhängt, ist die Überwinterung auf dem europäischen Festland (Spanien).

Wenn die Störche zur Brut zurückkehren, wählen die zuerst aus dem Winterquartier eintreffenden Männchen bevorzugt das schon im Vorjahr genutzte Nest und verteidigen es vehement gegen Konkurrenten. Dabei wird auch lautes Schnabelklappern eingesetzt, das ebenso der Begrüßung des Partners dient. Die Bezeichnung Klapperstorch geht darauf zurück. Ein Storchenpaar zieht etwa drei bis fünf Jungtiere pro Jahr auf. Die Jungtiere werden meist beringt, um Kenntnisse über ihr Zugverhalten zu sammeln.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es bei uns einen rapiden Rückgang der Storchenpopulation. Ursachen waren hier Veränderungen des Lebensraumes wie das Trockenlegen von Feuchtgebieten und die Umwandlung von Wiesen in Felder. Unfälle an Freileitungen sind bis heute ein wesentlicher Grund für den Tod zahlreicher Störche. Die Anzahl der Brutpaare ist seit dem Ende der 1980er Jahre wieder gestiegen, wobei gezielte Schutz- und Wiederansiedelungsmaßnahmen eine Rolle spielen, die kürzere Zugstrecke nach Spanien und leicht verfügbare Nahrung (u.a. auf Müllkippen) für die Störche unserer Region aber vermutlich entscheidend ist.

Nach zahlreichen Sagen überbringt der Storch die Säuglinge. Zur Lektüre sei das Märchen „Die Störche“ des Dänen Hans Christian Andersen (1805-1875) empfohlen.

Herzlichen Dank für die Unterstützung an Hans Seitz!