Fotoaufnahme einer der Wiesen im Museum. Die untere Hälfte des Bildes wird von der Wiese komplett ausgefüllt, wobei einige hohe Gräser im Vordergrund stehen. Im Hintergrund sind Häuser und Bäume erkennbar.

Dreschen, Dörren und Dämpfen

Das Herbstfest des Fränkischen Freilandmuseums am 21. und 22. September gibt Einblick in traditionelle Arbeiten rund um Haus, Hof und Feld

Fotoaufnahme vom Herbstfest. Im Fokus steht ein hölzerner Wagen voller Heu, der von zwei Männern und einer Frau abgeladen wird. Im Heu liegt ein kleiner Hund. Links im Hintergrund steht eine Scheune, rechts ist ein Teil der dampfbetriebenen Lokomobile erkennbar.

Heuwagen auf dem Herbstfest

Dreschen, Dörren und Dämpfen 

Der Höhepunkt des Museumsjahres steht bevor: Beim alljährlichen Herbstfest im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim am Samstag, den 21. und Sonntag, den 22. September 2019, gibt es von 10:00 bis 18:00 Uhr nicht nur viel zu sehen, sondern auch zu schmecken. Herbstzeit ist Erntezeit, das heißt, die Früchte des Feldes werden in die Museumsbauernhöfe gebracht und dort weiter verarbeitet.

Die Ernte der Felder erfolgt mit der Kraft von Ochsen und Pferden, aber auch mit den PS der unterschiedlichsten Maschinen. Auf den Obstwiesen gilt es die letzten Früchte zu pflücken und mit traditionellen Verfahren haltbar zu machen. So werden etwa im Dörrhäuschen aus Schlichenreuth Zwetschgen und Birnen über dem Holzfeuer gedörrt. Ein Teil der Apfelernte wandert direkt in die handbetriebene Saftpresse. Und in der Stube des Seubersdorfer Hofes können sich die Museumsbesucher am Krauthobeln und –stampfen versuchen. Vor allem bei Kindern erfreut sich das Stampfen äußerst großer Beliebtheit. Für die erwachsenen Besucher gibt es im Hopfenstadel aus Thalheim den ersten „Bremser“ der Saison und dazu frischen Zwiebel- und Zwetschgenkuchen.

 

Im Hof aus Herrnberchtheim dampft und zischt es laut: Die große Dampfdreschmaschine läuft. Vor der Verbreitung von Elektro- und Dieselmotoren wurden mobile Dampfmaschinen zum Antrieb verschiedener Landmaschinen verwendet. Beim Herbstfest im Freilichtmuseum kann man solch eine eindrucksvolle Maschine beim Antreiben einer Dresch- und Strohbindemaschine im Einsatz erleben.

 

In der Flederichs-Mühle wird mit Hilfe einer Keilpresse Öl aus Leinsamen gewonnen und auch der Rest der Pflanze wandert keineswegs in die Biotonne, sondern wird im Flachsbrechhaus für die Verarbeitung zu Leinengewebe vorbereitet. Weiter geht es dann in der Schäferei aus Hambühl, wo die Fasern zu Garn gesponnen werden. An einem historischen Webstuhl von 1749 wird im Körblerhaus aus Oberfelden wird schließlich aus dem Garn der fertige Stoff gewebt.

 

Auch viele weitere Handwerker wie etwa Drechsler, Uhrmacher, Schuster, Schmied, Brauer, Büttner, Sattler und Besenbinder geben auf dem Herbstfest einen Einblick in ihre Arbeit. Mittlerweile schon Tradition hat die „Rock`nstube“ am Sonntagnachmittag im Bauernhaus aus Gungolding und in der Unterschlauersbacher Mühle. Dort treffen sich Männer und Frauen – wie einst die Bauersleute – zum gemeinsamen Spinnen, Stricken und Musizieren. Dabei werden natürlich auch alte und neue Geschichten aus dem Dorfleben ausgetauscht.