Fotoaufnahme einer der Wiesen im Museum. Die untere Hälfte des Bildes wird von der Wiese komplett ausgefüllt, wobei einige hohe Gräser im Vordergrund stehen. Im Hintergrund sind Häuser und Bäume erkennbar.

Eine Frage des Typs

Das Foto zeigt eine schwarze Schreibmaschine. Sie besitzt einen Zeiger, den man zu den Buchstaben und Zeichen führen kann.

Zeigerschreibmaschine der AEG vom Typ "Mignon". Vorbesitzer: Karin & Rainer Schwarz (Herzogenaurach); im Museum seit April 2019; Inv.nr. 19/185.

Die richtige Schriftart auswählen – auch im vergangenen Jahrhundert war das nicht selten ein stilistischer Streitpunkt. Während die heute bekannten Modelle von Schreibmaschinen mit einzeln anwählbaren Hebeln den Verfasser auf eine Type festlegten, ermöglichten Maschinen wie diese den flexiblen Austausch von Schriftarten.

Bei diesem Objekt handelt es sich um eine Mechanische Zeigerschreibmaschine der „Mignon“-Serie der „AEG – Deutsche Werke Aktiengesellschaft“, die sich bis in die 1930er-Jahre auf dem Markt großer Beliebtheit erfreute. Mithilfe eines Zeigers konnten einzelne Buchstaben angewählt werden, die anschließend per Tastendruck auf dem Papier erschienen. Für spätere Modelle sind bis zu 49 Typenwalzen überliefert, die sogar das Schreiben in kyrillischen Buchstaben ermöglichten.

Erfunden wurde diese „Mutter aller Zeigerschreibmaschinen“ von einem Franken: Friedrich von Hefner-Alteneck, gebürtiger Aschaffenburger, entwarf kurz vor seinem Tod die neuartige Technik, der er den Namen „Mignon“ (franz. „niedlich“) gab. In der Typographie bezeichnet der Begriff einen Schriftgrad von sieben Punkten. Von nun an waren Schreibmaschinen auch für Handwerker und Privatleute erschwinglich.

Heute ist diese Form des Schreibens beinahe in Vergessenheit geraten, nur Sammlern sind vergleichbare Modelle weiterhin ein fester Begriff. Weitere technische Meilensteine des 20. Jahrhunderts, wie die Einbauküche oder den Radioempfänger, finden Sie bei uns im Freilandmuseum, unter anderem in unserem „Stahlhaus“ aus Nerreth.