Fotoaufnahme einer der Wiesen im Museum. Die untere Hälfte des Bildes wird von der Wiese komplett ausgefüllt, wobei einige hohe Gräser im Vordergrund stehen. Im Hintergrund sind Häuser und Bäume erkennbar.

Standfest von Heiligabend bis zum Dreikönigstag

Christbaumständer aus der Sammlung Zulla, Schenkung, im Museum seit 2011; Inventarnr. 04/2455. Foto: Claudia Berwind.

Das Aufstellen eines mit Schmuck versehenen, beleuchteten Nadelbaums zur Weihnachtszeit, ist ein Brauch, der sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts über die ganze christliche Welt verbreitete. In evangelischen Stuben steht der Christbaum meist von Heiligabend bis zum 6. Januar (Heilige Drei Könige), in katholischen Haushalten oft noch bis Lichtmess.

Damit die Tanne oder Fichte aufrecht stehen bleibt, benötigt man Hilfsmittel. Die ersten Christbaumständer waren in der Regel aus Holz und sehr einfach gehalten, da man sie mit Moos, Zweigen und Steinen bedeckte. Häufig wurde auch improvisiert und der Baum wurde in einen  Eimer mit feuchtem Sand gesteckt.

Industriell gefertigte Christbaumständer aus Gusseisen, wie dieses Exemplar, werden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit hergestellt. Unser Christbaumständer besteht aus einer durchbrochenen Grundplatte mit einer aufgesetzten Tülle für den Stamm. Drei Schrauben sorgen dafür, dass der Baum standfest und gerade die Weihnachtszeit übersteht. Der grüne Lack ist teilweise mit Goldbronze belegt. Die Grundplatte ist geschmückt mit Schweifsternen und zwei Szenen, in denen das Christkind an ein Fenster klopft. Spruchbänder drücken den Wunsch nach einer möglichst großen Bescherung aus: „Christkindchen komm in unser Haus / Leer die grosse Tasche aus.“

Statt eines einfachen Christbaumständers gab es  auch hölzerne Paradies- oder Christgärtlein, die dann mit Moos oder Stroh ausgelegt auch gleich die Krippe aufnehmen konnten. Die große fränkische Weihnachtskrippe, die Sie ab dem 30. November im Museum Kirche in Franken bewundern können, würde aber schwerlich neben dem Christbaumständer unterm Tannenbaum Platz finden. Überzeugen Sie sich selbst!