Zu sehen sind im Vordergrund hohe Gräser, dahinter eine weite grüne Wiese. Im Hintergrund sind Bäume und Fachwerkhäuser des Museums zu erkennen.

Gepackt für den nächsten Schultag

eine lederne Schultasche, davor zahlreiche Hefte und Schulbücher mit handschriftlichen Eintragungen.

Vorbesitzerin: Lore Rauscher (Röthenbach); im Museum seit Dezember 2018; Inventarnr. 18/484.

Monika Fuchs, geboren 1941 im östlich von Nürnberg gelegenen Röthenbach, war eine vorbildliche Schülerin – ihre Hefte sind sauber geführt und weisen wenige Fehler auf. Das Halbjahreszeugnis der 4. Klasse beschreibt sie als „ordentlich, ruhig, besonnen und fleißig, die Noten sind ausschließlich gut und sehr gut. Später wollte Monika auf einem Bauernhof arbeiten – für den Besuch einer weiterführenden Schule mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt war sie bereits angemeldet.

Doch dazu kam es nicht: Im Februar 1951, wenige Tage nach der Zeugnis-ausgabe, erkrankte sie schwer. Die Appendizitis (‚Blinddarmentzündung‘) wurde nicht diagnostiziert und führte zum Tode. Ihre Mutter packte Monikas Schultasche in einen Schrank und bewahrte sie unverändert auf – niemand durfte sie herausnehmen oder gar entsorgen. Erst Jahrzehnte später tauchte die Tasche wieder auf, Monikas Schwester Lore überließ sie schließlich dem Fränkischen Freilandmuseum.

Das Museum bewahrt nicht nur die Erinnerung an Monika Fuchs und ihre tragische Geschichte auf. Der nahezu vollständige Bestand an Schul-unterlagen – Bücher, Hefte, Schreibzeug – ist von besonderer dokumentarischer Aussagekraft. Die Hefte geben Einblicke in Inhalte, Vermittlungs- und Übungspraxis in den Fächern Deutsch, Mathematik, Heimatkunde, Religion und Handarbeit. Besonderen Charme besitzen die vielen Zeichnungen und Gemälde der Schülerin, die den kindlichen Blick auf eine längst vergangene Welt zum Ausdruck bringen.