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Tagung: Die Erste Hilfe - Behelfshäuser lindern die Wohnungsnot

Die Wohnsituation am Ende des Zweiten Weltkriegs war katastrophal: In den Städten kam es durch die Luftangriffe zu massiven Verlusten an Wohnraum, auf dem Land hin- terließen die Kamphandlungen der letzten Kriegswochen Spuren. Nicht nur große Teile der Stadtbevölkerung waren obdachlos geworden, auch ehemalige Lagerinsassen sowie Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostdeutschland/-europa brauchten Unterkünfte.

Das  Hauptauffanggebiet für  diese  Gruppen  bildete zunächst der ländliche Raum: Hier waren die Gebäude- schäden am geringsten, das Nahrungsangebot am größten – dennoch waren Mangel, Enge und Konflikte vorpro- grammiert. Da die Einquartierung in Notwohnungen kaum ausreichte, war jedes Dach über dem Kopf recht: Behelfs- heime, umgenutzte Gartenhäuser oder Nissenhütten boten immerhin einen Rest an Privatsphäre; ehemalige Lager- und Militärgebäude wurden dagegen zu überbelegten Mas- senunterkünften. Wer auch hier keine Bleibe fand, musste mitunter in Verschlägen und Erdlöchern hausen.

Die Tagung spürt den sehr unterschiedlichen Formen des behelfsmäßigen Bauens und Wohnens der Nachkriegszeit sowie seinen sozialen wie organisatorischen Rahmenbedin- gungen nach. Dabei behandelt sie keineswegs nur ein kurze, abgeschlossene Episode der Baugeschichte – nicht wenige Unterkünfte dieser Zeit gingen in eine langfristige Nutzung über oder bildeten die Keimzellen späterer Siedlungen, die den ländlichen Raum baulich und sozial entscheidend prägen sollten.

Tagungsprogramm

Freitag, 28. Oktober
Einführung

10:30 Begrüßung durch Museumsdirektor Herbert May als Hausherr sowie Rolf Wiese und Josef Mangold als Verbundpartner
11:00 Impulsvortrag: Flüchtlingsströme und Vertriebene nach Ende des Zweiten Weltkriegs – Nico Wiethof
11:45 Überblicksvortrag: Behelfshäuser, Umbauten, Umnutzungen – Zur Vielschichtigkeit von Notunterkünften – Carsten Vorwig
12:00 Mittagspause    

Panel I – Behelfsheime | Moderation: Herbert May

13:30 Behelfsheime für Ausgebombte in Franken – Markus Rodenberg
14:00 Behelfsheime und Notwohnungen am Ende des Zweiten Weltkrieges – Beispiele aus Lippe – Heinrich Stiewe
14:30 Behelfsheim als Museumsobjekt – Das Beispiel aus Gessertshausen  (Landkreis Augsburg) im Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren – Otto Kettemann
15:00 Kaffeepause

Panel II – Provisorische Lösungen | Moderation: Rolf Wiese

15:30 Wohnraumsituation und Behelfsunterkünfte im Lkr. Harburg 1945/46 – Corinna Löhning
16:00 Heidesiedlung „Maulwurfshausen“- Die Königsberger Straße in Neu Wulmstorf – Alexander Eggert
16:30 „12 Jahre unter einem Dach“ – Die Einquartierung von Familie Otto im Bandweberhaus Thiemann – Petra Dittmar
17:00 Kriegszerstörungen und Wiederaufbau im ländlichen Franken – Simon Kotter
17:30 Ende
19:00 Abendessen

Samstag, 29. Oktober 2016
Panel II – Provisorische Lösungen (Fortsetzung) | Moderation: Rolf Wiese

08:30 Notunterkünfte für Mensch und Tier nach den Zerstörun- gen niederländischer Bauernhöfe im Zweiten Weltkrieg – Sophie Elpers
09:00 Der Anfang der Zukunft: Schwedenhäuser im Wiederauf- bau – Thomas Spohn
9:30 Von der RAD-Baracke zum Neubauernhaus – die Siedlung Neudorf (Lkr. Meißen) – Antje Hainz
10:00 Kaffeepause

Panel III – Umnutzung nicht-ziviler Bauten | Moderation: Josef Mangold  

10:30 Baracken und ihre Nutzung in der Nachkriegszeit – Allgemeiner Überblick – Lorenz Burger
11:00 Forschungen zu RAD-Baracken und ihre museale Präsentation im FLM Wackershofen – Michael Happe
11:30 Nissenhütten – Martin Kleinfeld
12:00 Kasernen und KZ’s – Lager als Notunterkünfte – Eike Lossin
12:30 Ausblick
13:00 Mittagspause 

Rundgang

14:00 Besichtigung des Stahlhauses aus Nerreth (1949) und des Behelfsheims aus Ottenhofen (1944) im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim
15:30 Ende der Tagung

Tagungsflyer

Hier finden Sie den Flyer der Tagung zum Herunterladen:  Download Flyer Tagung erste Hilfe.pdf

Veranstalter:

Verbund der Freilichtmuseen Bad Windsheim, Kiekeberg und Kommern zum Thema „Von der Nissenhütte bis zum Quelle-Fertighaus. Alltagsleben im ländlichen Raum nach 1945.“

Tagungsort:

Fränkisches  Freilandmuseum des  Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim, Eisweiherweg 1, 91438 Bad Windsheim

Anmeldung:

erbeten bis 30. September 2016. Anmeldung bei: Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim, Eisweiherweg 1, 91438 Bad Windsheim, Tel.: 09841/6680-0 Fax: 09841/6680-99, info@freilandmuseum.de,  www.freilandmuseum.de

Tagungsgebühr:

beträgt 80 Euro/50 Euro (für Studie- rende), kann vor Ort entrichtet werden. Enthalten sind das gemeinsame Abendessen (Buffet) inkl. Getränke am Frei- tagabend, der Mittagsimbiss sowohl am Freitag als auch am Samstag inkl. Getränke sowie alle warmen und kalten Getränke/Kuchen der Kaffeepausen.

Unterbringung:

Bitte buchen Sie Ihre Unterkunft eigenstän- dig im Voraus. Eine Auflistung einiger Hotels und Pensionen in der Nähe finden Sie auf den Seiten der Touristenin- formation der  Stadt Bad Windsheim unter: tourismus. bad-windsheim.de

Erreichbarkeit:

Bad Windsheim ist vom Hauptbahnhof Nürnberg und vom Hauptbahnhof Würzburg mit der Bahn in circa einer Stunde zu erreichen (Umsteigen in Neustadt/ Aisch bzw. Steinach). Vom Bahnhof Bad Windsheim sind es 15 Minuten Fußweg bis zum Freilandmuseum. Bei Bedarf und telefonischer Anfrage können wir auch gerne einen Abholservice vom Bahnhof Bad Windsheim arrangieren.