Ansichten des Badhauses aus Wendelstein aus dem Bauplan

Das Badhaus aus Wendelstein

Bautagebuch zum Wiederaufbau des Badhauses aus Wendelstein

  • Erbaut 1450
  • Abgebaut für das Fränkische Freilandmuseum 2012
  • Fertigstellung voraussichtlich 2018/19

Das Badhaus aus Wendelstein bildet einen neuen Höhepunkt in unserem Häuserbestand: Es ist das erste Badhaus überhaupt in einem Freilandmuseum, das zudem mit einer weitgehend vorhandenen spätmittelalterlichen Bausubstanz aufwarten kann ‒ inklusive nahezu komplett erhaltener Badstube. Diese von Badern betriebene Einrichtung stellte einst die hygienische und medizinische Versorgung der Bevölkerung sicher: Hier konnte man sich waschen und Sitzbäder nehmen, aber auch Behandlungen wie Schröpfen, Aderlass und sogar chirurgische Eingriffe durchführen lassen.

Das Badhaus wurde 1450 auf der Grundlage eines älteren, im Ersten Markgrafenkrieg (1449/50) zerstörten Vorgängerbaus errichtet. Die äußere Gestalt blieb seither weitgehend unverändert: Auf einem steinernen, ungewöhnlich hohen Erdgeschoss, in dem die Badstube mit Wasserkessel, Schwitzofen, Zisterne und Umkleideräumen untergebracht ist, befindet sich ein Fachwerkbau mit teilweise ausgebautem Dach. In diesem befanden sich drei Wohnungen, die über eigene Eingänge, Bohlenstuben, Küchen und Kammern verfügten. Hier lebten sowohl wie Baderfamilie als auch Beständner (Mieter).

Bis in die Zeit um 1800 blieb die Badstube in Betrieb, danach nutzte man die Räume als Stall. Zuletzt stand das Gebäude leer und verfiel. Der Abbau durch das Freilandmuseum erfolgte im Jahr 2012 überwiegend in ganzen Wand- und Deckenteilen. Er wurde begleitet von intensiven bauhistorischen, archäologischen und archivalischen Untersuchungen, deren Ergebnisse die wechselvolle Bau- und Bewohnergeschichte des Badhauses spiegeln.

Der Wiederaufbau

Der Wiederaufbau des Badhauses aus Wendelstein wird circa vier Jahre in Anspruch nehmen. Seine Eröffnung ist für 2020 vorgesehen. Die erste Bauphase ab März 2017 beginnt mit der aufwendigen Gründung des Gebäudes in Form einer Betonplatte auf die schließlich das Gebäude errichtet werden soll. Allerdings befindet sich der neue Standort des Badhauses in einem unsicheren Baugrund auf einer Fläche östlich vom Bauernhaus aus Ochsenfeld in der Baugruppe Mittelalter, so dass die Beton-Basisplatte zusätzlich über zahlreiche bis zu 10 Meter Tiefe reichende Betonpfähle gewissermaßen von unten gestützt wird. Die Betonpfähle für die Tiefergründung werden ab Ende März erstellt.

Die gesamten Baugrund vorbereitenden Maßnahmen werden voraussichtlich bis Mitte Mai 2017 abgeschlossen sein. Erst dann können die Vorbereitungen zum Stellen der schweren massiven Wandteile des Erdgeschosses in Angriff genommen werden. Das Versetzen der Ganzteile ist für August 2017 vorgesehen und bis zum Winter sollen bereits die Deckenbalken zum Obergeschoss aufgelegt sein. Mit Hilfe eines Gerüstdaches wird die Baustelle für die kalte Jahreszeit Winterfest gemacht.

Alle im Bautagebuch verwendeten Pläne sind vom zuständigen Planungsbüro Wirsching & Madinger / Architekten und Ingenieure PartG mbB / 90616 Neuhof / Zenn

Zimmermänner sägen mit einer Schrotsäge Balken zu Brettern. Dabei stehen zwei Zimmerer unterhalb eines Gerüsts, auf dem der Balken aufliegt, ein Zimmerer steht oben.

8.6.18 Schweißtreibend war die Herstellung der Bohlen für die Rekonstruktion der zwei Stuben im ersten Obergeschoss des Badhauses. Insgesamt wurden 92 laufende Meter Bohlen mit einer Schrotsäge aufgetrennt, wobei jeweils ein Mann auf dem Gerüstbock stehend die Schrotsäge führt während zugleich zwei Mann von unten ziehen!

Eine im ersten Obergeschoss eingebaute Bohlenstube aus unbehandelten Pfostenständern und acht Bohlen in der Höhe, außerdem eine Türen

10.10.18 Wie ein hölzerner Kasten wirkt die Bohlenstube im nordöstlichen Gebäudebereich im ersten Obergeschoss. Noch fehlen die Anschlusswände zu den benachbarten Räumen. Um eine bessere Winddichtigkeit zu erzielen sind die horizontalen Fugen zwischen den Bohlen mit Moos ausgestopft.

Eine im ersten Obergeschoss eingebaute Bohlenstube aus unbehandelten Pfostenständern und acht Bohlen in der Höhe. Zwei Seiten sind zu sehen, in beiden ist je ein Türstürz freigelassen worden.

10.10.18 Die Bohlenstube des Baders im südöstlichen Gebäudebereich. Der Blick vom Flur durch die Türöffnung in die Stube gewährt eine Sicht auf einen der noch original erhaltenen Wandabschnitte.

Mehrere Balken und Säulen auf und neben einander, die gerade verbunden werden. Entsprechendes Baustellenmaterial und Werkzeuge liegen bereit.

10.10.18 Ein scheinbares Durcheinander von Gerüsthölzern, Deckenbalken und Wechselbalken zeichnen die gegenwärtigen Vorbereitungen zur Erstellung der Rauchhaube in der Schürkammer im Erdgeschoss aus.

Zwei massive Holzsäulen auf Steinsockel, die Deckenbalken tragen, dazwischen ein Baugerüst. Außerdem Werkzeug und Material zum Befestigen der Säulen.

26.9.18 Mit dem Aufstellen der beiden mächtigen Stuhlsäulen in der Badstube sind die Zimmererarbeiten in diesem Bereich vorerst zum Abschluss gekommen.

Eine Wand mit Lehmputzoberfläche mit unruhiger, unebener Gestaltung

1.10.18 Der rekonstruierte Verputz in der Badstube. Im Streiflicht wird die Putzstruktur besonders deutlich und kommt den original erhaltenen Flächen erstaunlich nahe.

Die Stuben im Obergeschoss

Wie hölzerne Kästen wirken die mittlerweile fertiggestellten zwei Bohlenstuben des ersten Obergeschosses. Von der Bohlenstube in der südlichen Gebäudezone waren noch zwei Wandabschnitte aus der Bauzeit erhalten. Die übrigen Wände sind rekonstruiert. Die im nordöstlichen Gebäudeeck angeordnete Bohlenstube hingegen ist anhand von Bauspuren vollständig nachgebaut. An den originalen Bohlen der ersten südlichen Stube sind Spuren zu erkennen, die auf eine Fertigung mit einer handgeführten Schrotsäge hinweisen. Für den Nachbau bedeutet dieser Befund, dass die neuen Bohlen, um dem historischen Vorbild möglichst zu entsprechen, von unseren Museumshandwerkern ebenfalls von Hand aufzusägen waren. Insgesamt kamen auf diese Weise 92 laufende Meter handgesägter Bohlen in schweißtreibender Arbeit zustande. Während des Aufeinanderfügens der Bohlen durch die Zimmerleute werden die horizontal verlaufenden Fugen zuvor mit Moos ausgestopft. Mit dem Moos wird eine bessere Winddichtigkeit erzielt. Moos als historisches Dämmmaterial ist für das Badhaus belegt.

Arbeiten im Erdgeschoss

Parallel zu den Zimmererarbeiten im Obergeschoss nehmen die Arbeiten in der Badstube und der Schürkammer im Erdgeschoss ihren Fortgang. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für die große Rauchhaube in der Schürkammer. Bereits zum Abschluss gekommen ist der Innenputz an den Außenwänden der Badstube. Die rekonstruierten Putzflächen zeichnen sich dabei durch eine hohe Übereinstimmung mit den erhaltenen bauzeitlichen Putzflächen aus. Erstmals konnte hierzu der im April dieses Jahres im museumseigenen Kalkofen produzierte Kalk zum Einsatz kommen. Auch die mächtigen Holzsäulen mit ihren Sattelhölzern innerhalb der Badstube sind aufgerichtet und stützen jetzt die von Nord nach Süd verlaufenden Unterzüge. An ihrer Basis sind sie auf passende Sandsteinquader gestellt.

31.8.18 Die östliche Fachwerktraufenwand nach ihrer Aufstellung. Der Mitarbeiter der ausführenden Firma Lederer, Sascha Trossmann, steht in der Türöffnung über die später die mittlere Hauszone betreten wird.

Arbeiten im OG

Nach dem alle originalen Wandscheiben im 1. Obergeschoss positioniert sind stehen dort als nächstes die Rekonstruktionen der noch fehlenden Bauteile an. Als erstes wurde die östliche Traufenwand wieder hergestellt mit ihren drei Zugängen und den zwei Bohlenwandabschnitten der nordöstlich und südöstlich angeordneten Bohlenstuben. Die Traufenwand wird später über eine Altane erreicht wofür die auskragenden Balken der Erdgeschossdecke vorgesehen sind.

Im Hintergrund links in der Darstellung von Hans Wertinger auf einem Tafelbild von 1516 im Germanischen Nationalmuseum, ist ein ähnlicher Schwitzofen zu sehen, wie der von uns mittlerweile nachgebaute Ofen.

31.7.18 Schwitzofen. Der eigentliche Brennraum des Schwitzofens ist mit offenen Backsteinrippen überwölbt. Auf ihnen liegen später jene Badesteine, die durch das Feuer unter ihnen stark erhitzt werden. Mit kaltem Wasser übergossen bilden sie viel heißen Dampf zum Schwitzen oder sie werden genommen, um das Wasser in den Wannen zu erwärmen.

13.8.18 Schwitzofen. Über die beiden rundbogigen Öffnungen wird später von der Badstube aus Wasser auf die erhitzten Badsteine gegossen, welche über dem Rippengewölbe des Brennraumes aufgeschichtet liegen. Während der Anheizphase des Ofens sind die Öffnungen mit Klappen geschlossen, damit kein Rauch in die Badstube gelangen kann. Der Rauch zieht über eine kleine Öffnung in der Wand zurück in die Schürkammer.

28.8.18 Schwitzofen. Der fertige Bau zeigt die Größe und Dominanz des Schwitzofens innerhalb der Badstube.

Arbeiten am Herzstück der Badstube

Das Zentrum eines spätmittelalterlichen Badhauses war mit Sicherheit die Schürkammer, was im Falle des Wendelsteiner Badhauses nicht anders war. So befindet sich die Schürkammer unmittelbar neben der Badstube im Erdgeschoss. Von dort aus war das eigentliche Herzstück des frühen Badewesens zu bedienen, der große Schwitzofen, welcher mittlerweile von unseren Museumsmaurern in den vergangenen Wochen vollständig rekonstruiert werden konnte.

Grundriss vom Obergeschoss. Dunkelgrau = aus der Bauzeit von 1450 erhaltene Wände. Rot = zu rekonstruierende Wandabschnitte.

13.6.18 Über eine temporäre Öffnung des Schutzdaches werden die Obergeschosswände mit Hilfe eines Schwerlastkranes versetzt. Hier die Außenwand des Ostgiebels.

13.6.18 Die ersten drei aufgestellten Wände. Die Außenwand vom Südgiebel und zwei Innenwände bilden den ehemaligen Küchenraum des Baders dessen vierte Wand, die Flurwand, hier noch fehlt.

18.6.18 Ein Blick von der obersten Gerüstebene des Schutzdaches auf alle bereits aufgestellten Originalwände des ersten Obergeschosses.

Aufgestellt

Die Fachwerkganzteile des Obergeschosses sind mittlerweile versetzt. Insgesamt handelt es sich um acht Ganzteile. Sie umfassen einen Wandabschnitt des Südgiebels als einzige erhaltene Außenwand des Obergeschosses und sieben Innenwände. Insgesamt ist damit der vollständige bauzeitliche Bestand an Obergeschosswänden repräsentiert die sich seit 1450 erhalten haben und von uns 2012 als ganze Wandscheiben geborgen werden konnten. Alle weiteren bauzeitlichen Wände des Obergeschosses haben bereits gefehlt oder waren durch jüngere Wände im Laufe der Geschichte des Badhauses ausgetauscht worden. Entsprechend ihrer Zugehörigkeit zum Baukörper, sind die fehlenden bauzeitlichen Wandabschnitte als Fachwerkwände in den kommenden Wochen zu rekonstruieren.

22.5.18 Die Erdgeschossbalkenlage hat mittlerweile wieder ihre ursprüngliche Position eingenommen.

6.6.18 Nach ihrer endgültigen Ausrichtung waren die auf der Mauer liegenden Hölzer noch mit Mörtel, Bruchsteinen oder Ziegelresten zu untermauern.

6.6.18 Nur für kurze Zeit war die Erdgeschossbalkenlage vollständig zu sehen, bevor sie mit Schaltafeln als Arbeitsebene für den weiteren Aufbau des Obergeschosses belegt wurde.

6.6.18 Eine der drei Stützen im Erdgeschoss, hier im zukünftigen Vorbad. Die bauzeitlichen Stützen waren wie auch die Unterzüge nicht mehr erhalten, so dass es sich um vollständige Rekonstruktionen handelt. Am oberen Ende zeigen die Stützen eine gabelartige Ausnehmung in welcher ein Sattelholz sowie der Unterzug eingespannt sind

Aufgelegt

Mittlerweile liegen die Deckenbalken wieder an ihrer alten Position auf den massiven Erdgeschossaußenwänden. Ein temporärer Belag aus mehrschichtverleimten Schaltafeln ermöglicht die notwendigen Arbeiten am Fachwerkobergeschoss. Sie bieten zugleich eine Absturzsicherung und einen Schutz für die Deckenbalken. Auch die weiteren Arbeitsschritte im Erdgeschoss können dadurch unabhängig von der Errichtung des Fachwerkobergeschosses fortgesetzt werden.

7.5.18 Das Einbringen der Deckenbauteile, hier einer der Unterzüge für die Badstube, erfolgt mit Hilfe eines Teleskopladers seitlich durch das Gerüst des Schutzdaches.

7.5.18 Das Einbringen der Deckenbauteile, hier einer der Unterzüge für die Badstube, erfolgt mit Hilfe eines Teleskopladers seitlich durch das Gerüst des Schutzdaches.

7.5.18 Die zwei Unterzüge der Badstube in ihrer endgültigen Position. Die unterstützenden Säulen in der Mitte der Unterzüge folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Die statisch notwendigen aussteifenden Stahl-T-Träger in den Unterzügen sind, nach Fertigstellung des gesamten Deckenpaketes, nicht mehr zu sehen.

7.5.18 Die zwei Unterzüge der Badstube in ihrer endgültigen Position. Die unterstützenden Säulen in der Mitte der Unterzüge folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Die statisch notwendigen aussteifenden Stahl-T-Träger in den Unterzügen sind, nach Fertigstellung des gesamten Deckenpaketes, nicht mehr zu sehen.

7.5.18 Einer der Unterzüge in der Badstube mit den bereits hinzugefügten seitlichen Phasen und ihren abschließenden Schiffskehlen als typisches Gestaltungselement der Gotik.

7.5.18 Einer der Unterzüge in der Badstube mit den bereits hinzugefügten seitlichen Phasen und ihren abschließenden Schiffskehlen als typisches Gestaltungselement der Gotik.

7.5.18 Auch die zum Teil noch original erhaltenen Mauerlatten von 1450 auf der westlichen Mauerkrone sind bereits positioniert. Zu sehen sind die sogenannten Kämme als Sitz für die entsprechende Ausnehmung an den Deckenbalken.

7.5.18 Auch die zum Teil noch original erhaltenen Mauerlatten von 1450 auf der westlichen Mauerkrone sind bereits positioniert. Zu sehen sind die sogenannten Kämme als Sitz für die entsprechende Ausnehmung an den Deckenbalken.

8.5.18. Einer der Unterzüge über der Schürkammer (vorne) und der Trennwand vom Umkleideraum zur Flurzone.

8.5.18. Einer der Unterzüge über der Schürkammer (vorne) und der Trennwand vom Umkleideraum zur Flurzone.

Viel Fingerspitzengefühl

Das Einbringen der Deckenbalkenlage inklusive ihrer mächtigen Unterzüge auf die Mauern des Erdgeschossrohbaus erfolgt von der Seite durch das Gerüst des Kassettendaches und erfordert aufgrund der engen Gerüstdurchlässe ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl. Nicht allein wegen der großen Dimension der Deckenbalken von 11,4 m Länge und einem Querschnitt von 27 x 22 cm ist das Einfädeln durch das Gerüst eine Herausforderung, sondern auch wegen der aus statischen Gründen eingebrachten Stahl-T-Träger in den Deckenbalken und Unterzügen, aufgrund dessen sich das Gewicht eines einzelnen Balkens zwischen 700 bis 800 kg quasi verdoppelt hat.

19.3.2018 Mit Hilfe eines Schwerlastkranes wurde das große Schutzdach über den Erdgeschossrohbau gestellt, der zu dem Zeitpunkt noch durch das Winterdach mit grüner Plane geschützt war.

28.3.18 Nach Fertigstellung des Kassettendaches wird als nächstes das Winterschutzdach mit der grünen Plane wie vorgesehen abgebaut, um anschließend die Deckenbalkenlage auf die Erdgeschossmauern aufzulegen. Wassertanks auf der unteren Gerüstebene dienen zur Ballastierung der Schutzeinhausung.

19.9.2017 Schon im September 2017 hat die aufwendige Reparatur der Erdgeschossbalkenlage ihren Anfang genommen, welche in der Abbundhalle der Fa. Lederer in Flachslanden entsprechend ihrer ursprünglichen Reihenfolge am Bauwerk ausgelegt waren. Dort wurden zunächst für jeden einzelnen Balken die notwendigen Reparaturen festgelegt.

Die mit großer handwerklicher Präzision ausgeführten Reparaturen an den Erdgeschossdeckenbalken erfolgen mit zuvor exakt auf das Maß der Originalbalken bebeielten frischen Nadelhölzern. Um die Tragfähigkeit der ergänzten Deckenbalken auch über die Reparaturstellen hinaus zu gewährleisten, sind zusätzlich Stahlschienen im Holz eingelassen. Von ihnen wird später kaum etwas zu sehen sein.

Beginn der Bausaison 2018

Das Winterschutzdach mit der grünen Plane wird wieder abgebaut. Stattdessen erhält die Baustelle für die kommende Saison einen erweiterten Schutz in Form eines Kassettendaches unter dem die nächsten Wiederaufbauaktionen, insbesondere am Fachwerkobergeschoss, wetterunabhängig möglich sind. Das Schutzdach bleibt so lange bestehen bis das Badhaus sich mit seinem eigenen Dach schützen kann.

Das Auflegen der mittlerweile reparierten Deckenbalkenlage auf das massive Erdgeschoss wurde nicht wie ursprünglich geplant noch vor der Winterpause ausgeführt, sondern soll erst in den kommenden Wochen unter dem Schutz des neuen Kassettendaches erfolgen.

 

18.9.2017 Nordfassade. Blickrichtung Süd. Das fehlende Mauerwerk wird um die zukünftigen Fensteröffnungen rekonstruierend aufgemauert. Die gelben Kästen stellen die Positionen der später einzusetzenden Sandsteinge-wände dar. Zu sehen sind zwei der drei Fensteröffnungen auf der Nordseite.

20.10.2017 Durch einen rundbogigen Türabschluss aus steinmetzgerecht bearbeiteten Sandsteinquadern gelangt man vom Flur in die Badstube. Die Quader für den Rundbogen waren nicht mehr vorhanden und mussten nachgefertigt werden. Hier: Ansicht Richtung Süd von der Badstubenseite mit gemauertem Korbbogen.

20.10.2017 Ansicht Richtung Nord vom Flur.

24.10.2017 Drei Stufen führen vom Flur hinab in die tieferliegende Schürkammer. Es handelt sich dabei um die ursprünglichen Sandsteinstufen.

24.10.2017 Blickrichtung nach Süden. Über eine vierstufige Treppenanlage in der Flurzone gelangt man zukünftig in die tieferliegende Badstube. Hierbei handelt es sich um eine Rekonstruktion. Die originalen Sandsteinstufen waren nicht mehr vorhanden.

8.11.2017 Ein provisorisches Winterdach soll den fertiggestellten Erdgeschossrohbau gegen direkte Bewetterung schützen.

8.11.2017 Nordfassade nach Einbau der Fenstergewände. Als Beispiel das westliche Fenster als einziges mit einem Sandsteinmittelsteg. Noch deutlich voneinander zu unter-scheiden, sind die Profilierungsreste an den originalen Sei-tensteinen von den als Vierungen eingesetzten Rekonstrukti-onen. Eine Angleichung von Original und Rekonstruktion erfolgt mit geeigneten Steinersatzmassen zu einem späteren Zeitpunkt.

10.11.2017 Ursprünglich befand sich in der Badstube ein Kaltwasserbecken aus Sandstein aus welchem sich die Badenden nach dem Schwitzbad mit kaltem Wasser abspritzen konnten. Die Archivalien geben hierzu eindeutige Auskünfte. Leider war das originale Becken nicht mehr vorhanden. Das abgebildete Muschelkalkbecken stammt aus dem Museumsfundus und könnte in etwa dem Original entsprechen.

Winterbaustelle

Das Auflegen der Erdgeschossbalkenlage wird gegen Ende November erfolgen. Ein Not- oder Winterdach sorgt aber jetzt schon für einen Schutz des historischen Mauerwerks gegen die Unbilden des Herbst- und Winterwetters. Zum Auflegen der reparierten Deckenbalken wird das Winterdach abschnittsweise geöffnet. 

Die Arbeiten in den letzten Wochen bestanden im Wesentlichen in der steinmetzgerechten Fertigstellung der zum Teil fehlenden Fenstersandsteingewände und Fensterbänke auf der Gebäudenordseite sowie der Rekonstruktion des Türdurchganges vom Flur in die Badstube, dessen runder Sandsteinbogen ebenfalls steinmetzgerecht wiederherzustellen war. Das Gleiche gilt für die vierstufige Treppenanlage in der Flurzone über die man später vom Eingang in die tieferliegende Badstube gelangt sowie einer dreistufigen Treppe in die zukünftige Schürkammer.

Foto mit altem Mauerwerk des Badhauses aus Wendelstein. Ein Teil davon hängt an einem Kran und wir an die Position gehoben.

1.9.2017 Die Innenwand (IW 4.2) als Trennwand zwischen dem zukünftigen Umkleideraum und der Schürkammer während des Versetzens in ihre ursprüngliche Position.

4.9.2017 Die Innenwand IW 4.4 trennt die westliche Zone der Badstube zum Vorbad.

18.9.2017 Die Rohbauarbeiten am Erdgeschoss sind so gut wie abgeschlossen. Lediglich auf der Nordseite sind noch die Sandsteingewände von zwei Fenstern und die Lücken zwischen ihnen mit Bruchstein zu füllen.

Sortiert und der Reihe nach ausgelegt befindet sich die bauzeitliche Balkenlage des Erdgeschosses derzeit in der Abbundhalle der Zimmerei Lederer, um Ergänzungen und Reparaturen an ihnen zu definieren.

Abschluss der Rohbauphase

Mitte September wurden die letzten massiven Ganzteile des Erdgeschosses sicher in ihre alte Position gebracht und damit gewissermaßen der Abschluss der Rohbauphase eingeleitet. Die Fehlstellen zwischen den originalen Wandscheiben werden weiterhin sukzessive geschlossen. Darüber hinaus sind bis zum Winter noch die Fenstergewände als Steinmetzarbeiten zu erstellen sowie das Auflegen der ursprünglichen Balkenlage zum Obergeschoss auszuführen. Letztere werden gegenwärtig durch die Zimmerei Lederer aus Flachslanden vorbereitet.

2.8.2017 Der nordwestliche Außenwandabschnitt war mit 20 Tonnen der wohl schwerste Brocken bei dem Versetzen der oberen Wandabschnitte des Erdgeschosses.

3.8.2017 Gut die Hälfte der Wandscheiben sind positioniert. Die absolute Höhe des massiven Erdgeschosses ist bereits ersichtlich.

22.8.2017 Bereits durch Bruchsteinmauerwerk ergänzt sind insbesondere jene Bereiche von denen keine Ganzteile mitgenommen werden konnten.

22.8.2017 Nach und nach werden die gesetzten Ganzteile ausgepackt und in ihren Fehlstellen ergänzt oder von alten Zementputzresten befreit.

Beginn der 2. Rohbauphase

Weitere acht Ganzteile konnten in der 31. Kalenderwoche auf die vorbereiteten Grundmauern des massiven Erdgeschosses gestellt werden. Der Transport der Wandscheiben vom Bauteillager auf die Baustelle und ihr Versetzen mit Hilfe von Schwerlastkränen auf ihre endgültige Position hat zwei Tage in Anspruch genommen. Mit ihnen ist nunmehr die absolute Höhe des Erdgeschosses ersichtlich. Die nordwestliche Außenwandscheibe hatte mit insgesamt 20 Tonnen, das größte Gewicht bei dieser Aktion zu verzeichnen.

Sobald die Fehlstellen zwischen den einzelnen Wandscheiben mit Bruchsteinen ausgemauert und die drei ursprünglichen Fensteröffnungen in der Badstube an der nördlichen Außenwand wieder hergestellt sind, folgt das Setzen der noch verbliebenen Innenwandteile des Erdgeschosses.

17.7.2017 Fast fertiggestellt sind die Grundmauern und entsprechen mit ihren Maßen den eingemessenen Höhen am alten Standort. Auf ihnen werden in den kommenden Wochen insgesamt 14 große Wandscheiben positioniert.

Eine Gegenüberstellung. Neuer Standort: 17.07.2017, der Wiederaufbau des Ofens mit seiner äußeren Schale aus Sandsteinquadern. Die meisten von Ihnen entsprechen ihrer Position am alten Standort. Einige mussten durch neue Quader ersetzt werden, weil sie bereits bei der Bergung am alten Standort zerfallen sind.

Alter Standort: Das Foto vom 8.10.2012 zeigt den unteren Abschnitt des Schwitzofens noch am alten Standort in Wendelstein. Die innere Anlage des Ofens, der eigentliche Feuerungsraum, wird zu einem späteren Zeitpunkt erstellt.

Abschluss der 1. Rohbauphase

Fast fertiggestellt sind die Grundmauern des Badhauses, welche gewissermaßen die untere Hälfte des massiven Erdgeschossbaues darstellen. Auf diese Grundmauern werden in den kommenden Wochen ab dem 25.7. insgesamt 14 Ganzteile positioniert, welche mit Gewichten zwischen 6 bis 21 Tonnen aufwarten. Sie befinden sich derzeit noch im Bauteillager wo sie gerade für ihren Transport auf die Baustelle vorbereitet werden. Mit ihnen erreicht die zukünftige Badstube im Untergeschoss eine Wandhöhe von 4,20 Metern.

Die auf ihr ursprüngliches Höhenmaß vorbereiteten Grundmauern erlauben aber bereits jetzt einen ersten Eindruck über die spätere Raumaufteilung im Untergeschoss.

Auch der große Schwitzofen in der zukünftigen Badstube mit seinen ersten drei Steinlagen konnte bereits begonnen werden.

19.6.17 Blickrichtung nach Süden. Auch das letzte Ganzteil der unteren Wandabschnitte des Erdgeschosses ist positioniert. Es handelt sich um einen Teil der Schürkammerwand zwischen Schürkammer und Badstube.

22.6.17 Blickrichtung nach Nordost auf die unteren Wandabschnitte in der zukünftigen Badstube.

28.6.17 Blickrichtung nach Südost. Die letzte Steinreihe auf den unteren Wandabschnitten im Erdgeschoss besteht überwiegend aus großen Sandsteinquadern. Ihre Position entspricht exakt ihrer Lage am alten Standort in Wendelstein und bildet die Basis für die großen Ganzteile des oberen Wandabschnittes.

28.6.17 Im Bauteillager warten die massiven Wandscheiben auf ihren Transport zur Baustelle. Bis dahin gilt es ihre Transportfähigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls der schwierigen Operation anzupassen.

29.6.17 Ein wichtiger Bestandteil bei der Errichtung eines Bauwerkes ist immer auch die Grundsteinlegung, die am 20.6.2017 in der zukünftigen Schürkammer des Badhauses zelebriert wurde.

Termingerecht

Wenn alles gut geht, können die großen Wandscheiben des Erdgeschosses bereits im Juli auf die gemauerten unteren Wandabschnitte versetzt werden. Geplant war die Versetzung der massiven Ganzteile erst für Anfang August. Bis dahin sind gegenwärtig noch alle Wandabschnitte des Erdgeschosses auf eine einheitliche Höhenlage zu mauern. Sie wird genau jenem Niveau entsprechen, das nach Abnahme der Ganzteile am Originalstandort zu sehen war und hier, am neuen Standort, den oberen Abschluss unseres ersten Bauabschnittes bildet. Diese obere Steinreihe ist mit römischen Ziffern bezeichnet. Jeder einzelne dieser Bausteine erhält wieder seine alte Position die er ursprünglich eingenommen hatte. Parallel dazu laufen im Bauteillager die Vorbereitungen für das Versetzen der Ganzteile. Nach einer Zwischenlagerung von fünf Jahren muss das Anhängesystem statisch neu überprüft und gegebenenfalls für einen weiteren Transport verstärkt werden.

6.6.17 Das Heben der schweren Wandscheiben erfolgt mit Hilfe eines Schwerlastkranes. Den Transport vom Zwischenlager in der Nähe des Möbeldepots auf die Baustelle übernimmt ein Tieflader. Das Bild zeigt die Aufnahme der ersten Wandscheibe bereits auf der Baustelle.

6.6.17 Das erste Ganzteil wird langsam auf die vorbereitete Position innerhalb der zukünftigen nordöstlichen Außenwand der Badstube manövriert.

6.6.17 Beide Mauerwerksteile befinden sich nun an ihrer endgültigen Position im Erdgeschoss. Vor dem Ausschalen müssen Hohl- und Fehlstellen an ihrer Unterseite noch untermauert werden.

12.6.17 Die beiden Wandteile nach dem Entfernen der Verschalung für den Transport. Die Fehlstelle zwischen ihnen und an den Seiten werden sukzessive durch passende Bruchsteine ausgemauert.

Die ersten Ganzteile

Am Dienstag, den 6.6.2017, war es soweit. Die ersten Ganzteile konnten in ihre ursprüngliche Position im Erdgeschoss des Badhauses gestellt werden. Es handelt sich um zwei Mauerwerksteile, die sich am alten Standort auf der Gebäudewestseite befanden (siehe Giebelansicht unten). Der Bauablauf gestaltete sich wie folgt: Der für das Heben der beiden jeweils zehn Tonnen schweren Wandscheiben erforderliche Schwerlastkran nimmt diese zunächst im Bauteilzwischenlager in der Nähe des Möbeldepots auf und stellt sie dort in einen Tieflader für den Transport auf die Baustelle. Auf der Baustelle werden sie kurze Zeit später vom selben Baukran vom Tieflader auf die vorbereiteten Positionen gehoben.

Der Grundrissplan des Badhauses zeigt als Unterlage jene mit römischen Ziffern nummerierte Steinlage, die am alten Standort nach dem Abtrennen der ganzen Wandscheiben zu sehen war. Bevor auch sie dort geborgen wurde, musste die exakte Position der einzelnen Steine eingemessen werden, um sie jetzt am neuen Standort wieder so hinzulegen, dass die später darauf zu stellenden Wandscheiben auch genau zusammenpassen.

Die perspektivische Darstellung mit Blickrichtung nach Nordosten zeigt das Erdgeschoss des Badhauses. Ein Zustand, wie er nach Abschluss der Baumeisterleistungen gegen Ende des Jahres zu sehen sein wird.

24.5.2017 Die ersten historischen Mauerabschnitte. Blickrichtung nach Süden. Da wo die Bautreppe in der Mitte zu sehen ist, wird sich zukünftig der Hauptzugang in die Badstube befinden.

Ein neuer Bauabschnitt – Der Beginn des Wiederaufbaus

Während alle bisher erbrachten Arbeiten ausschließlich der Gründung des Gebäudes in einem eher unsicheren Bauuntergrund geschuldet waren, hat ab dieser Woche (KW 21) der Aufbau mit den historischen Bauteilen begonnen. Zunächst werden alle als Einzelsteine geborgenen Bausteine entsprechend ihrer Position und Nummerierung mit römischen Ziffern auf die neuen Gebäudefundamente aufgelegt. Insbesondere hierzu ist die exakte Vorsortierung der historischen Bausteine im Bauteillager so wichtig. Auf diese Steinlage (siehe Grundriss) werden in einem weiteren Bauabschnitt, voraussichtlich im August, schließlich die ganzen Wandscheiben gestellt. Gemauert wird übrigens nicht, wie auf modernen Baustellen üblich, mit industriell gefertigten Mörteln sondern mit Kalkmörtel der auf der Baustelle selber hergestellt wird.

6.5.17 Die umlaufende Aufkantung auf der Betonplatte, die später verhindern soll das Grundwasser ins Bauwerk gelangen kann, ist fertig. Die Betonmauer in der linken Bildhälfte dient einerseits beim Versetzen der Großteile als Widerlager für die Stützen des Schwerlastkranes und andererseits als Fundament für die Altane als Zugang ins Obergeschoss auf dieser Gebäudeseite.

18.5.17 Sukzessive wird die restliche Baugrube mit Sand bis an die Oberkante des Bauumfeldes verfüllt. Die Aufkantung erhält von innen zusätzlich eine Vormauerung aus Hochlochziegeln. Die Betonstreifen auf der Bodenplatte entsprechen bereits der Position der Innenwände im Erdgeschoss und werden ebenfalls bis zur Unterkante der originalen Wandteile mit Hochlochziegeln aufgemauert. Sie sind später nicht sichtbar.

18.5.17 Die originalen Bauteile in Form von Einzelsteinen, zumeist als größere Sandsteinquader, werden entsprechend ihrer späteren Position am Bauwerk vorsortiert bevor sie Abschnittsweise zur weiteren Verarbeitung auf die Baustelle verbracht werden.

Bauteilsortierung

Die Arbeiten an der Gründungsplatte gehen unvermindert weiter. Gegenwärtig wird die Aufkantung fertiggestellt und weitere Streifenfundamente betoniert auf denen später die originalen Bauteile entsprechend ihrer Position am Originalstandort aufgelegt werden. Die restliche Baugrube wird mit Grubensand bis auf das Niveau des Bauumfeldes verfüllt.

 Parallel zu den Arbeiten an der Bauwerksgründung durch die beauftragte Baufirma werden von den Museumsmitarbeitern die 2012 mitgenommen Bauteile entsprechend ihrer Zugehörigkeit und Position am Bauwerk sortiert und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Gerade bei der Zuordnung von einzelnen Originalbausteinen, ist es wichtig sie genau in ihrer ursprünglichen Position zu verbauen. Die ersten Sandsteinquader werden ab der kommenden Woche auf das Gründungsbauwerk gemauert. Die Zuordnung ganzer Wandscheiben ist naturgemäß einfacher, aber aufgrund ihrer Größe und des Gewichtes nicht unbedingt leichter. Das Versetzen der großen Wandscheiben ist für August 2017 vorgesehen.

4.5.17 Nach Fertigstellung der Betonarbeiten an der Gründungsplatte.

Erstellung der Gründungsplatte

Die erste Phase der Bauwerksgründung ist mit der Erstellung der Betonplatte am Donnerstag den 4.5.17 fertiggestellt. Die weiteren Arbeiten der Bauwerksgründung betreffen die Aufkantung auf der Betonfläche. Darunter ist eine umlaufende Betonmauer zu verstehen, die aus der Betonplatte im gewissen Sinne eine Art Wanne oder Becken werden lässt. Mit der Aufkantung wird vermieden, dass Grund- oder Oberflächenwasser später einmal in das Bauwerk gelangen kann, da es mit seinem Untergeschoss bereits das Grundwasserniveau erreicht.

24.3.2017 Die Baugrube mit der eingebauten Schotterlage (Schrobben und Grobschotter, insgesamt 60 cm). Blickrichtung nach Süden.

27.3.2017 Die Baustelleinrichtung für die Pfahlgründung durch die Fa. Max Bögl neben der Baugrube. Blickrichtung Süd.

27.3.2017 – Das Rammgerät zum Einbringen der Stahlrohrpfähle.

Tiefgründung der Baugrube

Die Erschließung des Baufeldes für die anstehende Tiefergründung ist abgeschlossen. Die Baugrube wurde zunächst auf 2,75 Meter Tiefe ausgehoben und anschließend dessen Basis mit einer 30 cm starken Lage aus Schroppen (bis 16 cm grober Kalkstein) gefolgt von einer ebenfalls 30 cm starken Lage aus Grobschotter aufgefüllt. Beide Grobschotterlagen (insgesamt 60 cm) bilden später den Untergrund für eine Betonplatte, welche mit einer seitlichen Aufkantung auch als eine Art Betonwanne zu bezeichnen wäre, in die schließlich das Gebäude gestellt wird. Soweit ist es aber noch nicht.

Zunächst dient dieser Unterbau aus unterschiedlichen Grobschottern als Tragschicht für die anstehenden Tiefer- oder Pfahlgründungsarbeiten innerhalb der Baugrube. Hierbei werden 55 Stahlpfähle in den weichen Untergrund der Baugrube eingebracht. Sie werden bis circa 10 Meter Tiefe hinabreichen, um dort auf einen festen tragfähigen Untergrund zu kommen. Zusätzlich werden sie mit Beton verfüllt. Die Pfähle sind erforderlich damit das schwere Gebäude später nicht im Untergrund versinkt, der leider in weiten Bereichen des Museumsareals aus weichen nicht tragfähigen Schwemmsanden besteht. Die Pfähle werden möglichst erschütterungsarm in den Baugrund gedrückt bzw. gerammt. Die hierzu erforderliche Baumaschine hat ein Gewicht von ca. 20 Tonnen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde war der Einbau der grobkörnigen Schotter-Tragschicht an der Grubenbasis geboten, damit die schwere Baumaschine während ihrer Aktion nicht im weichen Untergrund versinkt.

Abgeschlossen ist dieser Bauabschnitt voraussichtlich bis Mitte April 2017.

Foto der Vorbereitung der Schotterlage mit Radlader

Abtragen des Oberbodens und Lagerung nördlich vom Baufeld. Erste Vorbereitungen für eine tragfähige Schotterlage als Standort für den Schwerlastkran zum Versetzen der Bauteile.

Lageplan für das Badhaus mit benachbarten Gebäuden und Umgriff.

© Wirsching & Madinge: Lageplan für das Badhaus nordöstlich von Haus aus Ochsenfeld in der Baugruppe Mittelalter

Beginn der Bauarbeiten

Beginn der Bauarbeiten mit dem Abtrag des Oberbodens und Vorbereitungen des Geländes für die Baustelleneinrichtung. Am westlichen Baugrubenrand wurde ein Probeschurf mit Pumpschacht erstellt, über den während der gesamten Gründungsphase das Grundwasser im Bereich der Baugrube abgesenkt werden soll. Das abgepumpte Wasser wird über eine Drainage in den Aischflutgraben geleitet. Im Umgriff der Baugrube wird mit Grobschotter ein tragfähiger Untergrund für den Schwerlastverkehr vorbereitet. Das gesamte Baufeld wird mit einem Bauzaun bis zum Museumssaisonbeginn gesichert. Ein Besucherinformationspunkt an der Baustelle ist in Vorbereitung.