Die beiden übereinanderliegenden Felgen bilden den zweiten Radkranz. Jede Felge setzt sich, wie beim ersten Radkranz, aus neun Segmenten zusammen.

Neubau des Mühlrads für den Mahlgang der Mühle aus Unterschlauersbach

Das Wasserrad ist die Antriebsmaschine der Mühle. Es setzt die Kraft des Wassers in eine Drehbewegung um. Ein Übersetzungsmechanismus mit Getriebe setzt die Kraft der Bewegung auf die Arbeitsmaschine, also auf das Mahlwerk um. Es gibt verschiedene Typen von Wasserrädern. Sie unterscheiden sich in ihrer Bauart und Konstruktion, bedingt durch die Situation ihres Wassereinlaufs, ihrer Wirkungsweise und ihres optimalen Einsatzbereiches. Mühlräder werden seit der Antike zum Mühlenantrieb benutzt.

Unser Mühlrad ist ein „oberschlächtiges“ Wasserrad –  „schlächtig“ kommt von „Aufschlagen“ des Wassers auf die Schaufeln. Oberschlächtige Wasserräder sind Formen der „Staberräder“. Diese bestehen aus zwei Radkränzen mit dazwischenliegenden Schaufeln oder Kammern. Mit Hilfe einer schmalen hölzernen Zulaufrinne wird das Wasser ein wenig vor dem Scheitel des Rades von oben in die Kammern geleitet. Das Gewicht der Flüssigkeit bzw. die Schwerkraft streben nach unten und bewirken die Drehung. Somit wird relativ verlustarm viel Wasser aufgefangen und kann lange gehalten werden, so dass es durch sein Gewicht und seine Aufschlagskraft aus der Fallhöhe das Rad bewegt und erst im unteren Bereich der Drehung wieder austritt. Der Fall des Wassers kann eine Höhe von drei bis zehn Metern haben, dabei gilt: je höher der Fall, desto geringer kann die Wassermenge bei gleicher Leistung sein. So werden oberschlächtige Wasserräder vor allem an kleinen, aber gefällreichen Bächen in Gebirgsgegenden eingesetzt. Oft sind gerade für die oberschlächtigen Räder Wasserleiteinrichtungen nötig, die erst das Wasser auf das Rad bringen müssen, wenn es nicht unter einem natürlichen Wasserfall steht. Üblich ist dann das „Überlaufgerinne“, bei dem eine schmale, aufgeständerte Holzrinne, einen künstlichen Fall herstellt. Nicht selten muss für solche Situationen – wie es auch bei unserer „Unterschlauersbacher Mühle“ der Fall ist, das Wasser erst über einen eigens aufgestauten Mühlteich auf das entsprechende Niveau gebracht werden.

Literatur:

  • Werner Schnelle: Mühlenbau. Wasserräder und Windmühlen bewahren und erhalten. Berlin/Wien/Zürich² 2012.
  • Herbert Jüttemann: Bauernmühlen im Schwarzwald. Stuttgart 1990.

Ansprechpartnerin

Juliane Sander M.A.

Sammlungsreferentin
(Sammlungsbereich Textil, Bilder, Spielzeug, Sakrale Kunst, Volksfrömmigkeit)

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