Brauen, Baden, Beten

700 Jahre Hospitalstiftung Windsheim

8. Juli bis 25. November 2018

Vor 700 Jahren stiftete der Windsheimer Bürger Konrad Förster seiner Heimatstadt ein Spital, bestehend aus einem Krankensaal und einer Kapelle. Mit einer Urkunde, datiert auf den 24. November 1318, bestätigte der Bischof von Würzburg die Stiftung. Die spätmittelalterliche soziale Einrichtung hat die Zeiten überdauert und betreibt als „Hospitalstiftung Bad Windsheim“ heute ein Seniorenpflegeheim. Die Stadt feiert das 700- jährige Jubiläum mit einem Festprogramm, zu dem auch das Museum Kirche in Franken mit einer Ausstellung beiträgt. 

Mit ausgewählten Exponaten werden Vergangenheit und Gegenwart des Spitals lebendig. Die Ausstellung zeigt so die Kontinuität der Stiftung, aber auch den Wandel in verschiedenen Facetten auf. Brauen, Baden und Beten stehen dabei für wichtige Aspekte in der Lebens- und Glaubenswelt der Spitalbewohner.

Das Bürger-Spital erscheint als eine kleine Stadt in der Stadt, ein Wirtschaftsbetrieb mit eigener Brauerei, Bäckerei und vielen Ländereien in der Umgebung der Reichsstadt. Die überlieferten Dokumente informieren gründlich über die Verwaltung der Finanzen und zeichnen ein detailreiches Bild eines kommunalen Unternehmens mit vielfältigen Einkommensquellen.

Schon seit der Eröffnung des Museums Kirche in Franken vermittelt eine eindrucksvolle Re- konstruktion des spätmittelalterlichen Krankensaals Einblicke in den Alltag der Bewohner und des Personals. Die zahlreichen Objekte aus dem Windsheimer Spitalfund von 1983 machen das Leben im Spital in der Zeit um 1500 anschaulich. Medizinische Aspekte wie das häufige Baden der Kranken und die Versorgung mit einer speziellen Ernährung komplettie- ren das Bild einer Einrichtung, die den Bedürfnissen der sozial Schwachen und der Alters- versorgung der wohlhabenden Bürger gleichermaßen diente.

In ein Spital konnte man sich zum eigenen Nutzen – als „Pfründner“ – einkaufen. Man konnte sich aber auch aus Nächstenliebe für die Versorgung der Bedürftigen einsetzen. Die Wohltäter glaubten sich durch ihre Stiftungen auch geistliche Verdienste zu erwerben und hofften auf die Fürsprache der Begünstigten über den Tod hinaus. Das tägliche Beten für die Stifter gehörte zu den Aufgaben der Bewohner. Der Besuch der Messe war ohnehin Pflicht für alle. Die Ausstellung ermöglicht dazu eine visuelle und akustische Annäherung an den Gottesdienst im Spital.

Das rekonstruierte Archiv des Spitals rückt die schriftlichen Quellen ins richtige Licht. Dem Tod im Spital und der Bestattung auf dem eigenen Friedhof ist eine weitere Abteilung gewidmet. Über die Baugeschichte der Spitalkirche, die in der heutigen Gestalt 600 Jahre alt ist, informiert ein Kurzfilm.

Begleitprogramme zur Ausstellung:

Ausstellungsort

Museum Kirche in Franken
Rothenburger Str. 16
91438 Bad Windsheim

Öffnungszeiten

10. März – 28. Oktober 2018: 10 - 18 Uhr, mittags von 12.30 - 13.00 geschlossen
28. Oktober – 16. Dezember 2018: 11 - 16 Uhr, mittags von 12.30 - 13.00 geschlossen
Im März, November und Dezember montags geschlossen
Winteröffnungstage Museum Kirche in Franken:  25./26. Dezember 2018 von 13 - 16 Uhr 30. Dezember 2018 und 6. Januar 2019 von 11 - 16 Uhr

Ansprechpartnerinnen

Dr. Andrea K. Thurnwald

Leitung Museum Kirche in Franken

Verwaltungsgebäude Aumühle, 2. OG
Eisweiherweg 1
91438 Bad Windsheim
Tel.: 09841/6680-26
Fax: 09841/6680-99
andrea.thurnwald@freilandmuseum.de

Claudia Berwind M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
((Mo-Mi))

Verwaltungsgebäude Aumühle, EG
Eisweiherweg 1
91438 Bad Windsheim
Tel.: Tel.: 09841/6680-20
Fax: Fax: 09841/6680-99
Claudia.Berwind@freilandmuseum.de