Griffel, Füller, Tintenkiller. Volksschulen im ländlichen Bayern 1945-1970

Ausstellungsscheune Betzmannsdorf, EG, bis 16.12.2018

Noch vor 50 Jahren bestimmte die „Einklassschule“ mit mehreren Schuljahrgängen in einem Klassenraum den Schulalltag auf dem Land. Es waren völlig andere Zeiten, als die Kinder noch mit dem Griffel und mit Tinte und Feder schreiben lernten. Selbst die Schultüte, die heute bei keiner Einschulung fehlen darf, ist damals noch nicht selbstverständlich gewesen.

In der Ausstellung steht der lange „Schul-Weg“ von der Nachkriegszeit bis in die reformfreudigen 1960er im Mittelpunkt, als Pädagogen versuchten, das Schulwesen in jeder Beziehung zu modernisieren. Wie standen sich damals Lehrer und Schüler gegenüber? Worauf wurde im Unterricht Wert gelegt? Nach welchen Prinzipien hat man nach dem Krieg Schulhäuser gebaut? Wie sahen die neuen Verbandsschulen aus, die nach modernen pädagogischen Konzepten entstanden?

Die meisten Kinder fuhren nun mit dem Schulbus in die neu geschaffenen Schulzentren. Jahrgangsklassen waren jetzt selbstverständlich, und neu gebaute, großzügige Gebäude boten vielfältige Möglichkeiten, wie Werkstätten, Turnhallen oder Sprachlabore. Lehrer setzten immer öfter Filme, individuell gestaltete Arbeitsblätter und Folien ein. Diese Medien lösten allmählich das Schulwandbild ab. Die Kirchen hatten das Prinzip der Konfessionsschulen mit „bekenntnisgleichen Lehrern“ aufgegeben – ihr Erziehungsanspruch beschränkte sich jetzt auf den katholischen oder evangelischen Religionsunterricht.

Die Ausstellung führt mitten hinein in das schulische Leben, das sich innerhalb von wenigen Jahren grundlegend änderte. Rekonstruierte Klassenzimmer, die Sammlung der „Griffel, Füller, Tintenkiller“ und die Parade der Schulranzen bieten anschauliche Einblicke in den Schulalltag nach 1945. Sie verdeutlichen: In dieser Zeit veränderten sich neben den Schulhäusern auch Schulmöbel, Schultaschen, Schulbücher, Schulhefte, Schulfüller und Radiergummis – zumeist kamen diese Utensilien des Schulalltags jetzt freundlicher und kindgerechter daher

Herausgeber

Die Sonderausstellung ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mehrerer bayerischer Museen: Beteiligt sind das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim, das Fränkische Freilandmuseum Fladungen, das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim, das Museum Schloss Aschach und das Museum KulturLand Ries, Maihingen.

Begleitprogramm

Volksschulen im ländlichen Bayern 1945-1970

Volksschulen im ländlichen Bayern 1945-1970