Neu aufgerollt. Bunte Muster von der Malerwalze 1920-1980

9. März bis 22. September 2019, Ausstellungsscheune Betzmannsdorf, 1. OG

Blätter und Blumen, Striche und Wellen, Figuren und Skurriles, Winnetou für die Kinderzimmerwand – die gestalterischen Möglichkeiten von Struktur- oder Musterwalzen kennen keine Grenzen. In den 1920er Jahren kamen sie in Deutschland auf den Markt und entwickelten rasch eine enorme Vielfalt an Motiven. Für rund fünf Jahrzehnte blieben Walzenmuster eine gefragte Form der Wanddekoration, bis sie von Tapeten abgelöst wurden. Die Hersteller stellten ihre Produktion ein, die Walzen gerieten in Vergessenheit.

Tobias Ott, ein Grafikdesigner und Künstler aus Hof/Oberfranken, entdeckte die Strukturwalzen auf dem Flohmarkt wieder und erkannte das kreative Potential des so einfachen wie effektiven Abrollverfahrens. Er sammelte mehrere tausend Exemplare nebst Geräten, Musterbüchern und Fotos und begann mit der Fertigung eigener Walzen. Zudem recherchierte er zur Geschichte der Walzenhersteller und befragte Zeitzeugen und Fachleute. Die von ihm erarbeitete Ausstellung ist das Ergebnis seiner Expertise und Leidenschaft für Strukturwalzen.

Das Fränkische Freilandmuseum ergänzt die Ausstellung aus seinem eigenen Bestand. Im Sommer 2018 konnte es die rund 3300 Walzen umfassende Privatsammlung von Dr. Dietmar Romig (Scheßlitz) übernehmen, die in ihrer Vielfalt und dokumentarischen Aussagekraft einmalig ist. Ein kleiner Ausschnitt aus der Sammlung wird gezeigt – sowohl als Walze wie auch als abgerolltes Muster.

Ansprechpartner

Markus Rodenberg M.A.

Sammlungsreferent
((Sammlungsbereich Landwirtschaft, Handwerk, Möbel, Öfen, Glas, Keramik, Zinn, Instrumente))

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