Fotoaufnahme vom Inneren des Möbeldepots. Auf den Platten von mehreren übergroßen Tischen befinden sich etliche Stühle. Unter den Tischen stehen Sessel und Sofas auf Transportroller. An den Wänden im Hintergrund sind Regale mit Objekten erkennbar.

Erfindergeist im Kleinformat

Modell einer selbstbindenden Hebel-Langstrohpresse

Zu sehen ist das Modell einer selbstbindenden Hebel-Langstrohpresse

Modell einer selbstbindenden Hebel-Langstrohpresse; Inventarnr. 18/73; Spende: Herta Schmidt-Rölz (Ipsheim), April 2018.

Diese kleine Maschine ist kein Spielzeug, sondern das Modell einer selbstbindenden Hebel-Langstrohpresse. Johann Schmidt, später Inhaber eines Elektroinstallationsgeschäftes in Ipsheim (Lkr. Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim), erfand diese Strohpresse um 1911 gemeinsam mit den Maschinenbauern Erich und Hermann Lübeck aus Hessen (Stadt Osterwieck, Sachsen-Anhalt).
Gebaut von Erich Lübeck, sollte das Modell die Funktionsweise der Strohpresse demonstrieren. Zum Einsatz kam es zum Beispiel bei Vorführungen in Maschinenfabriken, denen man das Nutzungsrecht zum Kauf anbot. Die Erfinder bewarben die Maschine als „einfachste Presse des Weltmarktes“ mit „geringstem Kraftbedarf“ und „größter Leistungsfähigkeit“. So versuchten sie, die Maschine deutschlandweit zu vermarkten.
Das Vorhaben war leider nicht von Erfolg gekrönt. Es gab zahlreiche Abweisungen und durch den Ersten Weltkrieg geriet das Unternehmen zusätzlich ins Stocken. Vermutlich war die Konkurrenz einfach zu groß, denn andere Firmen brachten ähnliche Pressen auf den Markt. Zudem veraltete die Technik mit der Zeit, obwohl man sie einige Male überarbeitetete. Johann Schmidt verfolgte die Angelegenheit noch mindestens bis 1927. Es gibt jedoch keine Hinweise, dass ihm der Durchbruch noch gelang.

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