Zu sehen ist die Frontansicht des Schlösschens mit erleuchteten Fenstern.

Die erste Hilfe

Notunterkünfte der Kriegs- und Nachkriegszeit 1943-1950


Die Wohnsituation am Ende des Zweiten Weltkriegs war katastrophal: In den Städten kam es durch die Luftangriffe zu massiven Verlusten an Wohnraum, auf dem Land hinterließen die Kampfhandlungen der letzten Kriegsmonate Spuren. Nicht nur große Teile der Stadtbevölkerung waren obdachlos geworden, auch ehemalige Lagerinsassen sowie Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostdeutschland/-europa brauchten Unterkünfte.
Sie fanden sie anfangs vor allem im ländlichen Raum, wo die Gebäudeschäden am geringsten und das Nahrungsangebot am größten waren - Mangel, Enge und Konflikte waren dennoch vorprogrammiert. Neben der Einquartierung bei Einheimischen war jedes Dach über dem Kopf recht: Behelfsheime, importierte "Schwedenhäuser" oder Nissenhütten boten immerhin einen Rest an Privatsphäre, während aus ehemaligen Lager- und Militärgebäuden überbelegte Massenunterkünfte wurden. Wer auch hier keine Bleibe fand, dem blieben oft nur noch Verschläge und Erdlöcher.
Der Band gewährt vielfältige Einblicke in das behelfsmäßige Bauen und Wohnen der Nachkriegszeit und spürt seinen sozialen und organisatorischen Rahmenbedingungen nach. Er behandelt dabei keineswegs nur eine kurze, abgeschlossene Episode der Baugeschichte - nicht wenige solcher Unterkünfte gingen in eine langfristige Nutzung über oder bildeten die Keimzellen später Siedlungen, die den ländlichen Raum entscheidend prägen sollten.
Herbert May/Markus Rodenberg, Aufsatzband zur Tagung "Die erste Hilfe - Behelfshäuser lindern die Wohnungsnot" am 28. und 29. Oktober 2016 im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim. ISBN: 978-3-946457-01-5, 322 Seiten, zahlreiche Farb- und SW-Abbildungen, Verlag Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim 2017
Preis:
19.00 EUR
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