Der Endspurt läuft
Ein nicht erwartbares Kontrastprogramm mit Überraschungseffekten bietet die Ausstellung „CARE. Fürsorge im mittelalterlichen Spital und heute“ im Museum Kirche in Franken. Anlässlich des 20. Jubiläums des Museums in diesem Jahr ist die große Sonderausstellung dem Thema Fürsorge gewidmet, dabei bieten zwei zeitgenössische Positionen einen ganz eigenen Zugang.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt klar auf dem Spätmittelalter, denn damit wird auch der Geschichte des einzigartigen Ausstellungsgebäudes – der Spitalkirche – auf den Grund gegangen. Das Windsheimer Spital wurde 1318 von einem Bürger für Bürgerinnen und Bürger gestiftet und ist ein Paradebeispiel für eine reichsstädtische Spitalanstalt. Es entwickelte sich so gut, dass im 15. Jahrhundert eine erhebliche Erweiterung erfolgte, der der Bau der Spitalkirche zu verdanken ist.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Spitalbewohnern, dem Spitalpersonal und ihrer sozialen Stellung, mit der Ausstattung in materieller und rechtlicher Hinsicht, mit der Betreuung im Spital, mit finanziellen und wirtschaftlichen Aspekten und den religiösen Hintergründen für die Spitäler und deren Betrieb. Was das Alltagsleben im Spital betrifft, spielt der „Windsheimer Spitalfund“ eine große Rolle – ein überregional bedeutender Massenfund mit Geschirr und anderen Gegenständen aus Holz, Keramik, Leder und Glas aus der Zeit um 1500. Die Erkenntnisse, die durch Funde und Schriftquellen aus dem mittelalterlichen Spitalwesen gezogen werden konnten, wirken wie ein Spiegel auf Fürsorgeeinrichtungen der Gegenwart.
Zwei beeindruckende zeitgenössische Positionen nähern sich dem Thema CARE auf sinnlich-emotionale Weise: in der Sakristei wird eine Videoarbeit des amerikanischen Künstlers Bill Viola gezeigt, im Dachstuhl eine mehrteilige Installation des Berliner Künstlerduos Böhler & Orendt. Ab dem kommenden Wochenende steht die Ausstellung für Interessierte offen.





