Pfarrerssohn, Maler, Lebenskünstler: Johann Christian Reinhart (1761-1847)

Ein Deutschrömer aus Hof. Radierungen aus der Sammlung Heinz Schuster.

Die Ausstellung ist vom 14.03. bis 13.12.2020 (verlängert) in der Spitalkirche zu sehen

Nach Italien entführt uns das Museum Kirche in Franken mit Werken des Landschaftsmalers Johann Christian Reinhart. Die ausgestellten Radierungen und Federzeichnungen stammen aus der Sammlung von Pfarrer i. R. Heinz Schuster. Er widmet sich seit seiner ersten Pfarrstelle in Hof dieser Leidenschaft.

Im oberfränkischen Hof aufgewachsen, begann der Pfarrerssohn Reinhart – wie schon sein Vater – mit dem Theologiestudium in Leipzig. Bereits nach kurzer Zeit wechselte er zum Kunststudium, das er in Dresden fortsetzte. Bei seiner anschließenden Reise durch Sachsen, Böhmen und das Vogtland lernte der Künstler zahlreiche Persönlichkeiten kennen, die ihm Zugang zu höheren Kreisen und somit wohlhabender Kundschaft verschafften.

Die Sehnsucht nach Italien – dem Zentrum der Antike – war bereits während des Studiums geweckt worden. Mithilfe eines Stipendiums vom Markgrafen von Ansbach-Bayreuth konnte er 1789 sein altes Leben hinter sich lassen und in Rom neu anfangen. In der Künstlerrepublik boten sich mehr künstlerische Freiheiten unabhängig von höfischen Kreisen und so blieb Reinhart auch nach dem Verlust seines Stipendiums noch bis zum Ende seines Lebens in Italien.

Die Gleichgesinnten trafen sich in Osterien. Reinhart, der als geselliger Mensch bekannt war, gehörte schnell zum engen Kreis der sogenannten Deutschrömer. Wie auch schon in seiner Studienzeit begab er sich immer wieder zum Naturstudium oder für Jagdausflüge in die Umgebung Roms. Das Abbilden von Landschaften zieht sich durch sein gesamtes Werk. Neben Radierungen und Zeichnungen schuf er auch Malereien. Auch für König Ludwig I. von Bayern fertigte er zahlreiche Gemälde, der ihn schließlich 1839 zum Königlich-Bayerischen Hofmaler ernannte. Im Alter von 86 Jahren verstarb Johann Christian Reinhart in Rom.