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Stadel aus Zirndorf

Regnitzfranken - Frankenalb

Der Stadel aus Zirndorf, ein schmaler, eingeschossiger und zweischiffiger Bau mit giebelseitiger Einfahrt, wurde 1695 erbaut und 1806 verlängert (Inschrift).


Eckdaten

Hausnummer:63
Ursprung:Stadt Zirndorf, Landkreis Fürth
Bauepoche:1695 (Jahrringdatierung), verlängert 1806 (Inschrift)
Ausstellung:wie vorgefunden
Konstruktionsmethode:Eingeschossiger Fachwerkbau, 1806 weitgehend massiv erneuert, Satteldach mit Biberschwanz-Doppeldeckung
Abbau:2001
Aufbau:2001-2005
Baugruppe: Regnitzfranken - Frankenalb
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Besonderheiten

Im Museum: Ein Hof für Alle

Im Museum steht der Kleinbauernhof nicht nur als Repräsentant eines regionaltypischen Baustils. Ihm kommt auch hinsichtlich des Vermittlungsangebots ab Herbst 2019 eine ganz besondere Rolle zu: Als Bauernhof für »alle« Besucher ist er ganz dem inklusiven Gedanken verpflichtet. Wie verschiedene andere Stationen im Museum, lädt das kleine Anwesen Menschen aller Altersklassen, ob mit oder ohne Einschränkung, dazu ein, wichtige Aspekte des früheren Alltags auf ganz subjektiv-individuelle Weise bedürfnisorientiert mit allen Sinnen zu erfahren. Hierzu werden im Haus die beiden Wohneinheiten rechts und links vom Tennen (Hausflur), die vermutlich mit dem Umbau um 1800 entstanden sind, idealtypisch eingerichtet. Die Auswahl der Einrichtungsgegenstände erfolgt ausschließlich nach dem Gesichtspunkt eines Vermittlungsansatzes, bei dem die Annäherung und die Erfahrung der Objekte durch Betasten und Berühren möglich, ja sogar erwünscht ist. Der Stall wird von Tieren belebt, in der Scheune veranschaulichen eine kleine interaktive Ausstellung und buchbare museumspädagogische Aktiv-Programme das Thema »Steinbearbeitung«, anknüpfend an das Handwerk, dem der Bauherr und andere frühere Besitzer des Hauses nachgingen.


Beschreibung

Unterschiede im Detail

Die beiden Sandsteingiebel von Bauernhaus und Stadel wirken auf den ersten Blick identisch, weisen aber bei genauerem Hinsehen doch einige Unterschiede auf. So fehlen beim Stadel die Ziervasen auf den Voluten, dafür finden sich zwei waagerechte Gurtgesimse. Auch die seitlichen Lisenen besitzen etwas abweichende Profile an ihren Kapitellen. Die Verschiedenheit im Detail könnte auf die unterschiedlichen Bauphasen zurückgehen, denn während das Haus um 1800 massiv erneuert wurde, heißt es im ersten Kataster von Zirndorf (1834–40) explizit: Der Stadel wird im Jahr 1807 erbaut. Damit kann aber nur der Steingiebel gemeint sein, der Stadel insgesamt ist wesentlich älter. So zeigt sich im Ostgiebel noch immer das bauzeitliche Fachwerk von 1695.

 

Vom Stadel zur Werkstatt

Das Nebengebäude stellte schon zur Bauzeit die Minimalform einer Scheune dar, doch ist es trotzdem verwunderlich, dass für diesen Zehntelhof überhaupt ein Stadel gebraucht wurde. Nach der Verlängerung wurde zwischen Haus und Stadel ein Stall eingefügt, der 1896 mit einem »Kniestock« (Halbstock) erhöht wurde – im Museum wird der Zustand zuvor gezeigt. In den Stadel baute ein späterer Besitzer, der Kunstschlosser Johann Simon Huber, 1921 eine Schlosserwerkstatt ein. Wenn man bedenkt, dass bereits dessen Vater Michael Huber Zimmermann war und zuvor um 1850 der Metall-Drechsler Albrecht Höfler auf dem Anwesen saß, so zeigt sich, dass es nun weniger bäuerlich, sondern eher gewerblich geprägt war was in der Nähe zu Nürnberg und Fürth begründet sein mag.


Bilder


Events

  • Sa, 16 Jul 2022 | 10:00 - 17:00 Uhr
  • Kurse
  • Stadel aus Zirndorf

Summary (English)

The barn from Zirndorf, a slender, single-floor and two-span building with gable-ended entry was erected in 1695 and extended in 1806 (inscription).


Zugänglichkeit

Insgesamt:Gut zugänglich (Note: 2)
Eingangsbreite:
Eingangsschwelle:
Ergeschoss ist Barrierefrei:nein

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