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Eine mobile Miniwerkstatt ...

Der Dengelbock ist eine kleine Bank. Sie hat hinten zwei Beine. Vorne hat sie eine dicke Säule aus Holz. Auf der Säule ist ein Metallwürfel, der Amboss. An der Seite sind Werkzeuge befestigt. Die Werkzeuge sind ein Hammer, eine Feile und ein Schlüssel.

Dengelbock mit Dengelamboss (Dengelstock), Dengelhammer, Feile und Innenkantschlüssel. Inv.-Nr. 24/143, im Museum seit Mai 2024. (Foto: Frank Wittstadt)

Beim Mähen von Gras war die Sense jahrhundertelang das Werkzeug Nummer Eins. Selbst die ab den 1850er Jahren verfügbaren Grasmähmaschinen konnten sie nicht ganz verdrängen – auf kleinen Flächen und unwegsamem Gelände war die Sense unschlagbar. Auch bei der Getreideernte kam die Sense ab dem Mittelalter zum Einsatz.

Bei längerem Gebrauch ist es nötig, die Klinge der Sense vor Ort wieder in Form zu bringen und zu schärfen. Auch müssen Beschädigungen durch Steine herausgearbeitet werden. Diesen Vorgang nennt man „dengeln“ – angelehnt an die die Schneidkante des Sensenblatts, die Dengel genannt wird.

Gedengelt wird bequem im Sitzen auf dem Dengelbock, in dessen Oberfläche vorne ein kleiner Dengelamboss eingesetzt ist. Der Dengelhammer ist ein spezieller Treibhammer, der meistens zwei schmal zulaufende Finnen hat. Bei unserem Bock befinden sich auch noch eine Feile zum feineren Nacharbeiten sowie ein Innenkantschlüssel, mit dessen Hilfe das Sensenblatt vom Stiel gelöst wurde.

Dieser Dengelbock stammt im Übrigen nicht von einem Bauernhof. Er wurde auf dem Nürnberger Südfriedhof genutzt, dessen Grasflächen noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein mit Sensen gemäht wurden.