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Geschichten im Kirchenraum

Im Museum Kirche in Franken wird das 20. Jubiläum gefeiert

Zum Jubiläum trifft ein über 500 Jahre alter Holzteller auf eine Kunstinstallation, bei der animierte Videogesichter von einer makellosen Welt träumen. Das Museum Kirche in Franken, vor 20 Jahren eröffnet, verbindet Vergangenheit mit Gegenwart. 

Bei der Einweihung des Museums richtete sich der Fokus auf die Geschichte des fränkischen Protestantismus und Traditionen des gelebten christlichen Glaubens. Die Ausstellung greift zentrale Stationen des Lebens auf - von Taufe über Konfirmation bis zur Bestattung – und widmet sich zugleich Themen wie Kirchenmusik und Liturgie von Gottesdiensten. Das größte Exponat ist bis heute das Kirchengebäude selbst: ein Bau aus dem 15. Jahrhundert. 

Seit zwei Jahren wächst der Stellenwert zeitgenössischer Kunst im Museum Kirche in Franken. Neue, am Kirchenjahr orientierte Formate wie „Kunst zur Passion“ oder „Pfingstbrausen“ wurden etabliert. Darüber hinaus begleiten Künstlerinnen und Künstler die Jahresausstellungen mit ihren Arbeiten. In diesem Sommer ist es die Installation „The Sonnenschein Rhapsodies“ des Künstlerduos Böhler & Orendt: Im Dachstuhl des Kirchenmuseums treten fünf überdimensionale, stilisierte Espenblätter sowie Videoloops animierter, sich bewegender und sprechender anthropomorpher Gesichter in den Dialog mit dem Publikum. In der Sakristei erweitert eine Videoinstallation des US-amerikanischen Künstlers Bill Viola das Ausstellungsthema Care um zusätzliche Perspektiven, damit spannt die Ausstellung einen Bogen vom Mittelalter über die Professionalisierung von Pflege im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. 

Auf den diesjährigen Ausstellungsschwerpunkt Fürsorge folgt im Sommer 2027 - passend zur Landesgartenschau in Bad Windsheim - das Thema Heilung. In den Folgejahren soll die Dauerausstellung im Museum behutsam und sukzessive weiterentwickelt werden. „Inhalte werden nicht verschwinden“, betont die wissenschaftliche Mitarbeiterin Claudia Berwind. Vielmehr sollen die Veränderungen innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirche sichtbar werden. Unverändert bleibe das Kirchengebäude selbst - mit seiner Geschichte und den Geschichten, die es erzählt: „Der Kirchenraum verliert nicht an Bedeutung“.

Auch deshalb finden weiterhin vereinzelt Gottesdienste statt – in gutem Miteinander mit dem benachbarten Pflegeheim Hospitalstiftung. Eine harmonische Zusammenarbeit zeichnet zudem die Gemeinschaft der Betriebsträger aus, die das Museum von Beginn an unterstützen. Getragen wird es von sechs Partnern:  der evangelischen Landeskirche, dem Bezirk Mittelfranken, der Stadt Bad Windsheim, dem Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim sowie den beiden Fördervereinen Fränkisches Freilandmuseum und Spitalkirche. Letzterer feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen. „Gegründet wurde er von engagierten Bürgerinnen und Bürgern Bad Windsheims, die sich mit großem Nachdruck dafür einsetzten, dass ihre Kirche Museum wird“, erzählt Claudia Berwind.