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Tabaktrockenscheune aus Unterreichenbach

Technik & Gewerbe

Die Tabaktrockenscheune aus Unterreichenbach bei Schwabach ist ein hoher verbretterter Holzbau von 1927. Bauherr war der Verband fränkischer Tabakbauern in Schwabach. Im 20. Jahrhunderts wurde die Trocknung in speziellen Scheunen mit veränderbarer Luftzufuhr üblich.


Eckdaten

Hausnummer:111
Ursprung:Unterreichenbach, Stadt Schwabach
Bauepoche:1927 (Bauplaneingabe)
Ausstellung:wie vorgefunden
Konstruktionsmethode:dreieinhalbgeschossiger, verbretterter Ständerbau, Satteldach mit Falzziegeldeckung, Aufbau am First
Abbau:1991
Aufbau:1992
Baugruppe: Technik & Gewerbe
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Besonderheiten

Tabak in Franken

Der Tabakanbau geht in Franken und speziell im Schwabacher Land weit zurück. Erste Belege dafür tauchen im frühen 17. Jahrhundert auf, der Dreißigjährige Krieg trug offenbar zur Verbreitung bei. Im 19. und 20. Jahrhundert weitete er sich besonders um Nürnberg (im sog. Knoblauchsland) und um Schwabach nochmals wesentlich aus und bildete lange Zeit eine nicht unerhebliche Einnahmequelle der Landwirte. Ein weiteres fränkisches Tabakanbaugebiet gab es zwischen Wertheim und Miltenberg.

 

Tabakanbau ist eine sehr arbeitsintensive Sonderkultur, die vorwiegend mit Familienarbeitskräften bewältigt wurde. Eine wichtige Rolle spielt die Trocknung, die weder zu schnell noch zu langsam erfolgen darf. Ursprünglich wurde der Tabak an und in den Scheunen des Hofes getrocknet, gelegentlich lässt sich dies noch heute in Dachräumen anhand vieler kleiner Holznägel in den Sparren belegen. Eigene Tabaktrockenscheunen wie das Beispiel aus dem Schwabacher Ortsteil Unterreichenbach kamen erst im 20. Jahrhundert auf und waren in Franken die große Ausnahme.


Beschreibung

Eine Scheune für Tabak

Eigene Tabaktrockenscheunen, bei denen sich die Luftzufuhr mit Hilfe drehbarer, waagrechter Bretterläden regulieren lässt, kamen erst im 20. Jahrhundert auf und blieben in Franken die Ausnahme. Die Scheune aus Unterreichenbach ist das größte je gebaute Exemplar in Mittelfranken und wurde 1927 errichtet. Bauherr war der »Verband fränkischer Tabakbauern Schwabach«. Geplant und gebaut hat den Bau die Firma Veit aus Pöttmes (Lkr. Aichach), die offensichtlich auf Hallen dieser Art spezialisiert war, denn auch im pfälzischen Tabakgebiet stammen Schuppen dieser Art von ihr. Die Konstruktion ist

schon mit gesägten Hölzern verzimmert, jedoch sind die Verbindungen alle noch sorgfältig mit Holznägeln abgebunden. Zwar wird auch im Freilandmuseum Tabak angebaut, in der Tabakscheune lagern heutzutage aber historische Bauteile wie Türen und Fenster.


Bilder


Summary (English)

The Tabaktrockenscheune (tobacco drying barn) from Unterreichenbach is a tall, three-and-a-half-storey weatherboarded timber building with a roof turret, built in 1927 by the 'Verband fränkischer Tabakbauern' (Franconian Tobacco Growers Association) in Schwabach. Tobacco growing is a labour-intensive business, which relied heavily on help from all members of the family. In the 20th century, special barns with regulated ventilation became the norm.


Zugänglichkeit

Insgesamt:Gut zugänglich (Note: 2)
Eingangsbreite:
Eingangsschwelle:
Ergeschoss ist Barrierefrei:nein

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