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Ziegelbrennofen aus Scheinfeld

Technik & Gewerbe

Der Ziegelbrennofen aus Scheinfeld wurde um 1430 angelegt. Seine erhalten gebliebenen Feuerkanäle wurden als Ganzteile ins Museum gebracht und dienten dem direkt daneben befindlichen Nachbau als Vorbild. Hier werden weiterhin Dachziegel und Ziegelsteine gebrannt.


Eckdaten

Hausnummer:105
Ursprung:Stadt Scheinfeld, Landkreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim
Bauepoche:um 1430 (Thermolumineszenzdatierung)
Ausstellung:wie vorgefunden
Konstruktionsmethode:aus Sandstein gemauerte Feuerkanäle
Abbau:1988
Aufbau:1988
Baugruppe: Technik & Gewerbe
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Besonderheiten

Kurzlebige Konstruktion

Das für die Ofenwandungen, die überwölbten Brennkanäle und den Brennboden verwendete Sandsteinmaterial ist durch die Hitze rot verfärbt. Vermutlich konnten nur wenige Brennvorgänge durchgeführt werden, dann war der Ofen völlig »ausgeglüht«. Man hob dann einfach daneben wieder neue Gruben aus, in die neue Brennöfen eingebaut wurden; Reste solcher weiteren Öfen fanden sich anschließend im Acker. Gebrannt wurden Backsteine und Hohlziegel (Mönch-Nonne, Firstziegel), wie an vorgefundenem Bruchmaterial festgestellt werden konnte.


Beschreibung

Ein mittelalterlicher Brennofen

Bei Bauarbeiten am nördlichen Ortsrand von Scheinfeld kamen im Sommer 1988 »unterirdische Gewölbe« zum Vorschein. Eine Untersuchung der Archäologen ergab, dass es sich dabei um einen Ziegelbrennofen handelte, dessen Vorderseite zwar durch den Bagger schon ein Stück beseitigt, der aber sonst unversehrt war. Nach dem Ofentyp und dem Fundmaterial kann der Brennofen in das späte Mittelalter datiert werden, was sich durch das Thermolumineszenzverfahren, dem die gefundene Keramik unterzogen wurde, auf ca. 1430 präzisieren ließ. Strenggenommen handelt es sich nur um die beiden Feuerkanäle und den darüber gelegten Boden des eigentlichen Brennraums. Die heiße Luft konnte durch Schlitze nach oben aufsteigen und das aufgeschichtete Ziegelmaterial erhitzen. Ob dieser Brennraum darüber ursprünglich mit Mauern umgeben war oder bei jedem Brennvorgang neu abgedeckt wurde (z. B. mit Lehm und Bruchsteinen), bleibt unklar.

 

Im Museum

Aus dem späten Mittelalter gibt es weniger Funde von Ziegelbrennöfen als beispielsweise aus der Römerzeit. Der Scheinfelder Ziegelbrennofen ist durch seine Bergung in das Museum, die mit großem technischem Aufwand »in einem Stück« erfolgte, vermutlich der zur Zeit einzige im süddeutschen Raum, der nicht nur dokumentiert, sondern erhalten werden konnte. Der Nachbau dieses Ofens wiederum, der mehrmals im Jahr in Betrieb genommen wird, verdeutlicht nicht nur die Funktionsweise des historischen Brennofens, sondern wird auch zur Ziegelproduktion für den Museumsbedarf herangezogen.


Bilder


Summary (English)

The Ziegelbrennofen (brick kiln) from Scheinfeld in the Steigerwald region is thought to date from around 1430. The two fire tunnels and the ground above them, where bricks and roof tiles would have been stacked for firing, are clearly visible. Next to it on the left is a fully functional reconstruction of the brick kiln. It is used by the museum. Until about one hundred years ago, a brick kiln would have been a common feature in every larger village.


Zugänglichkeit

Insgesamt:Gut zugänglich (Note: 2)
Eingangsbreite:
Eingangsschwelle:
Ergeschoss ist Barrierefrei:ja

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