Den Kranken verpflichtet
Auf ein Alter von mehr 700 Jahre kommt das schlichte, mit einer gestochen scharfen Handschrift beschriebene Pergament, das anlässlich des 20. Jubiläums des Museums Kirche in Franken in die Bad Windsheimer Spitalkirche zurückgekehrt ist. Es ist das älteste noch erhaltene Zeugnis der Stiftung eines Krankensaals samt Kapelle, der Vorgängerbau der Kirche, bis Mitte November ist es dort ausgestellt.
Im Sommer vor acht Jahren zum 700. Jubiläum der Stiftung war die Urkunde, die üblicherweise im Landeskirchlichen Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern verwahrt wird, schon einmal in der Spitalkirche zu sehen. Mit ihr bestätigte der damalige Würzburger Bischof Gottfried III. im November 1318 den Windsheimer Bürgerinnen und Bürgern eine Schenkung durch den zwischenzeitlich verstorbenen Konrad Förster. Dieser hatte zu Beginn des 14. Jahrhunderts ein Spital mit anschließender Kapelle gestiftet, um das Leid vieler armer Kranker „mit beklagenswerten Schwächen und anderen behaftet“ zu mildern, wie es in der Urkunde heißt.
Wie sich das Neben- und Miteinander von Spital und Kapelle zu Beginn gestaltete, zeigt die in der Dauerausstellung des Museums zu sehende Rekonstruktion des Krankensaals. Die Urkunde wird eingebunden in die bis Saisonende verlängerte Jubiläumsausstellung „CARE. Fürsorge im mittelalterlichen Spital“ in der Spitalkirche. Neben Führungen durch die Ausstellung und Mitmachprogrammen ist für Donnerstag, 12. November, ein Vortrag des Rabbiners der Nürnberger Israelitischen Kultusgemeinde, Steven E. Langnas, geplant. Er spricht zum Thema „Wohltätigkeit und Liebenswürdigkeit – Seelsorge im Judentum“. Beginn des in Kooperation mit dem Verein Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch organisierten Vortrags ist um 19.00 Uhr.





