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Ein heißes Stück Modegeschichte! Mit dem Onduliereisen zur perfekten Welle

Das Onduliereisen sieht aus wie eine Schere. Es hat blaue Griffe mit goldfarbenen Enden. Das eine Eisen ist ein runder Stab. Das andere Eisen ist eine hohle Form. In sie passt der runde Stab hinein.

Brenn- oder Onduliereisen aus der Sammlung Fränkisches Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim, Inv.-Nr. 13/250/7. Die Lockenherstellung mit diesem Instrument hielt sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Abgelöst wurde es vom elektrisch betriebenen Ondulierstab, bevor sich Lockenwickler im privaten Hairstyling durchsetzen. (Foto: Juliane Sander)

Das Bild zeigt eine Frau. Sie hat eine Frisur mit Wellen. Sie lächelt. Sie trägt eine karierte Bluse.

Hauptmerkmal der bald nach ihrem Entwickler benannten „Marcel-Welle“ ist die abwechselnde S-Form in den Wellenreihen. (Quelle: Bildarchiv des Fränkischen Freilandmuseums; Foto: Adam Menth)

Das Bild zeigt den Kopf einer Frau. Ihre Frisur hat Wellen. Sie lacht und schaut nach oben.

Weiteres Beispiel für eine „Marcel-Welle“. (Quelle: Privatbestand)

Das Bild zeigt einen Frisör. Er frisiert gerade eine Frau. Sie sitzt vor ihm. Der Frisör benutzt ein Onduliereisen. Vor der Frau ist ein Tisch mit Spiegel.

Marcel Grateau (1852–1936) onduliert die Haare einer Kundin, um 1920. Die „Marcel-Wellen“, wie sie bald genannt wurden, befreiten Frauen von Haarnadeln und Kämmen, denn sie hielten auch in kurzem Haar. (Quelle: www.esteticamagazine.com)

Auf dem Bild sind viele Werbeanzeigen. Sie stammen aus einem Katalog. In der Mitte ist ein Onduliereisen zu sehen. Es kosteteeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee 60 Pfennige.

Im Katalog von 1931 bot das Versand-Unternehmen August Stukenbrok Einbeck verschiedene Onduliereisen mit unterschiedlich geformten Brennern an. Die hier angebotene „Frisierlampe“ wird mit Spiritus befeuert, ihre Dochtöffnung ist mit einer Kappe verschraubt. (Quelle: August Stukenbrok: Illustrierter Hauptkatalog 1931. Nachdruck von 1989, S. 90)

Ein Onduliereisen ist eine metallene Zange mit Griff und zwei Brennern, die auf dem Herd, über dem Feuer, über einer kleinen Frisierlampe oder einem Spiritusbrenner erhitzt wurde. Es diente dazu, Wellen ins Haar zu legen. „Ondulation“ bedeutet „das Wellen der Haare“, abgeleitet vom französischen Wort onde („Welle“).

Die richtige Anwendung erforderte etwas Können: Einzelne Haarpartien wurden zwischen die erhitzten Brenner gelegt und kurz gedrückt. So bearbeitete man je nach Wunsch mehrere oder alle Haarsträhnen. 

Waren Temperatur, Druck und Bewegung aufeinander abgestimmt, entstanden flache, s-förmige, eng am Kopf anliegende Wellen. Sie gaben der Frisur Volumen, Struktur und natürliche Eleganz. Der französische Frisör Marcel Grateau hatte diese Methode um 1870 in Paris entwickelt. Praktiziert wurde sie von Perückenmachern, Frisören und im privaten Haushalt. 

Männer nutzten Brenneisen im 19. und frühen 20. Jahrhundert, um ihren Oberlippenbart in Form zu bringen und zu zwirbeln. Bis in die 1960er Jahre diente ein Brenneisen der täglichen Körper-pflege, der Vorbereitung auf besondere Anlässe und der modischen Inszenierung. Es zeigt uns, wie sich Schönheitsideale, Mode und Alltagsgewohnheiten im Laufe der Zeit verändert haben.