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Frisuren für Generationen von Kindern

Der Stuhl ist aus Holz. Er ist drehbar. Er hat vier Stuhlbeine in geschwungener Form. Sie sind an einer Säule befestigt. Auf der Säule ist die Sitzfläche. An der Sitzfläche ist eine niedrige Lehne. Sie ist auch eine Armlehne. Auf dem Stuhl liegt ein Gerät zum Haare schneiden.

Kinderfriseurstuhl, Inv.-Nr. 26/30/1, im Museum seit April 2026. Der Handhaarschneideapparat stammt ebenfalls aus dem Friseursalon von Josef Stingl. Freundliche Spende von Norbert Stingl. (Foto: Frank Wittstadt)

Praktisches Arbeitsgerät und Spielzeug, dieser höhenverstellbare Kinderfriseurstuhl aus dem frühen 20. Jahrhundert war beides. Etwa sechzig Jahre lang stand er im Friseursalon von Josef Stingl (*1931, †2013) in Pretzfeld. Dort bildete der Stuhl ein Kernstück der Ausstattung und trug Generationen von Kindern durch den Haarschnitt. Dabei wurde er auch zum Zeitvertreib beim Warten genutzt, denn durch die Höhenverstellung kann die Sitzfläche wie ein Karussell im Kreis gedreht werden.

Auch Franziska Stingl, die Ehefrau des Friseurmeisters, nutzte die praktische Sitzgelegenheit für langwierige Arbeiten, beispielsweise wenn sie bei Kundinnen Locken eindrehte. Mit dieser Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten ist es kein Wunder, dass er noch bis zur Schließung des Salons im Jahr 2012 in Gebrauch war.

Dass es dennoch Grenzen gab, zeigt die gebrochene vordere Stütze der Lehne, die nun durch zwei Schrauben gehalten wird. Dieser Schaden entstand als ein Erwachsener auf dem Stuhl Platz nehmen wollte und die Breite zwischen den Lehnen nicht mehr ausreichte …