Handwerkstechnik auf Augenhöhe
Am Ende werden rund neun bis zwölf Tonnen Langstrohroggen, in drei Schichten aufgelegt, ein dichtes Strohdach auf dem Bauernhaus aus Höfstetten bilden. Der Weg dorthin ist derzeit beim Strohdachdecken im Fränkischen Freilandmuseum zu erleben und wird am Sonntag, 30. August, bei einer Vorführung demonstriert.
An einer Station vor dem Bauernhaus und damit auf Augenhöhe können Interessierte einen Tag lang miterleben, wie Langstrohroggen mittels Haselnuss- und Weidenruten auf die Dachlatten gebunden wird. Etwa alle 40 Zentimeter fixieren fest verknotete Weidenruten das Stroh und die Haselnussruten auf die Latten. Zuvor allerdings müssen die Weidenruten ausgiebig gewässert werden, um sie verarbeiten zu können. Allein von den Haselnussruten werden an die 3.000 Meter benötigt, schließlich kommt die Dachfläche des Bauernhauses auf zirka 450 Quadratmeter.
Ab 10.00 Uhr ist die Station in der Baugruppe Mittelalter am 30. August besetzt, bis gegen 17.00 Uhr sind Handerker des Museumsbauhofs vor Ort, um die mittelalterliche Handwerkstechnik zu zeigen. Vor Ort werden sie unter anderem erläutern, weshalb sich die Sorte Lichtkornroggen besonders gut eignet, um ein dichtes Strohdach zu bilden. Der Langstrohroggen wurde in den vergangenen Jahren auf Flächen der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, wie das Freilandmuseum eine Einrichtung des Bezirks Mittelfranken, angebaut und dort mit einem historischen Mähbinder aus dem Fahrzeugbestand des Museums geerntet.





