Fotoaufnahme vom Inneren des Möbeldepots. Auf den Platten von mehreren übergroßen Tischen befinden sich etliche Stühle. Unter den Tischen stehen Sessel und Sofas auf Transportroller. An den Wänden im Hintergrund sind Regale mit Objekten erkennbar.

Wie kommt ein Objekt in die Sammlung des Museums?

Neues für die Sammlung…?

Von den vielen Objektangeboten, die wir täglich erhalten, können wir bedauerlicherweise nicht alle aufnehmen. In den verschiedenen Sammlungsbereichen ist das Museum gut ausgestattet und die Lagerkapazitäten in unseren Depots sind mittlerweile ausgelastet.

Die Entscheidung für oder gegen eine Aufnahme fällt allein nach sachlichen Kriterien, die in Abstimmung auf das vorhandene Kulturgut, das im Laufe der vergangenen Jahre im Museum erfasst wurde, in unserem Sammlungskonzept definiert sind. Dieses können Sie über den folgenden Link herunterladen: Sammlungskonzept.pdf

… wichtig ist ein Foto!

Ein Angebot erreicht uns in der Regel per Telefon oder über E-Mail. Ideal ist, wenn Sie sich in einer E-Mail kurz an uns wenden, in der Sie bereits ein Foto von ihrem Objekt anhängen.

Markus Rodenberg beschreibt diesen Vorgang in seinem Beitrag „Angebot … und Nachfrage“!

… Neues für die Sammlung!

Stellt das Objekt eine inhaltliche Ergänzung unserer Sammlung dar, erfolgt eine Terminabsprache zur genauen Begutachtung. Während dieser wird eine endgültige Entscheidung für oder gegen eine Übernahme getroffen. Häufig dient dieser Termin dazu, erste Informationen zum Objekt selbst und zu den Menschen, die es verwendet haben, zu ermitteln. Handelt es sich um ein größeres Objekt, beispielsweise ein landwirtschaftliches Gerät, schauen wir es vor Ort an. Kleinere Teile wie Textilien oder Hausrat, bringen die Besitzer oft gerne persönlich.

Manchmal genügt aber auch ein Foto, um eine Entscheidung zu treffen.

… Dokumentieren und Bewahren nach ethischen Richtlinien

Im Falle der Übernahme durchläuft das Objekt eine Aufnahmedokumentation und wird anschließend in einem der Museumsdepots zur Verwahrung eingelagert. Dies geschieht entsprechend der ethischen Richtlinien, die durch den International Council of Museums (ICOM) definiert sind: Sammeln, Bewahren, Forschen, Vermitteln. Nach dem Verständnis der ICOM ist die wichtigste Aufgabe eines Museums, seine Sammlung für die Zukunft zu bewahren.

…das Inventar ist „das Gedächtnis“ des Museums und unserer Kultur!

Durch den Vorgang des Inventarisierens wird das Objekt in den Bestand des Museums aufgenommen. Dies sind die Schritte der Inventarisierung:

Die Aufnahme des Objektsin das Inventar des Museums geschieht durch den Eintrag in ein jährlich geführtes Eingangsbuch.Darin werdendie genaue Objektbezeichnung sowie die Kontaktdaten des Vorbesitzers[1] in einer fortlaufend nummerierten Liste vermerkt. Aus dieser ergibt sich die Inventarnummer: 20/13 bedeutet: im Jahr 2020 wurde das Objekt „xy“ unter der laufenden Nummer „13“ im Eingangsbuch erfasst.


[1] Der Eintrag unterliegt den gesetzlichen Grundlagen des Datenschutzes.

Unter der Inventarnummer erfolgt die Dokumentation sämtlicher Informationen zum Objekt in einer digitalen Datenbank. Dazu gehören grundlegende Charakteristika wie Material, Herstellungstechnik, Maße, Datierung, Herkunftsort, Hersteller und Herstellungsort, Aufnahmedatum ins Museum, Erfassung des Vorbesitzers, Beschreibung des Objekts, Darstellung der Funktion, Angaben zur Verwendung – bei Textilien auch die Art und Weise oder der Zeitraum des Tragens.

Diese Erfassung bildet dieForschungsgrundlage zur wissenschaftlichen Bearbeitung des Objekts.

Fotos von verschiedenen Ansichten und besonderen Details vervollständigen die Dokumentation und dienen der Wiedererkennung.

Ggf. verbindet der Vorbesitzer eine besondere, individuelle Geschichte mit dem Objekt. Auch diese wird hier notiert. Gerade sie macht das Objekt zu einem wertvollen und lebendigen Zeitdokument, das dazu beiträgt, ein detaillierteres Bild vom alltäglichen Leben der Menschen in der Vergangenheit zu skizzieren.

Weiterführende Literatur, in der das Objekt publiziert wurde,

oder der Hinweis auf evtl. vorhandene Vergleichsbeispiele in anderen Museen erscheint und, sofern vorhanden, Archivquellen, in denen das Objekt in einer bestimmten Zeit erwähnt oder beschrieben wird, können wesentlich zu seiner Erschließung beitragen.      

Der Vermerk des Lagerorts im Museum ermöglicht ein schnelles Auffinden in einem unserer Depots.

…Einlagerung ist keine Endlagerung!

Mit der Einlagerung in einem der Depots ist die Aufnahme ins Museumsinventar abgeschlossen. Als kleine Infozelle kann das Objekt nun zum Verstehen unserer Vergangenheit beitragen!

Ansprechpartnerin

Juliane Sander M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
(Sammlungsreferentin für Textilien & Schuhwerk, Hausrat, Zinn, Bildwerke, Religion & Frömmigkeit, Spielzeug, Schmuck, Uhren, Adel, Jagdwesen, Mühlenwesen, Gastwirtschaft)

Gebäudetrakt Sammlung und Restaurierung (am Freibadparkplatz)
Eisweiherweg 1
91438 Bad Windsheim
Tel.: 09841/6680-23
Fax: 09841/6680-99
juliane.sander@freilandmuseum.de